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Nikolaus Bachlers Vertrag soll bis 31. August 2018 verlängert werden.

Staatsoper: Bachler soll bis 2018 bleiben

München - Personalentscheidung bei der Bayerischen Staatsoper: Der Vertrag von Intendant Nikolaus Bachler soll nach Merkur-Informationen bis 31. August 2018 verlängert werden. Bachler stellte am Mittwoch den Spielplan für die kommende Saison an der Bayerischen Staatsoper vor.

Nein, die Eisbach-Welle habe er doch nicht ausprobiert, sagte Kent Nagano lächelnd anlässlich der Präsentation der neuen Spielzeit. Zu kalt für den dirigierenden Surfer aus Kalifornien. Und fraglich ist, ob er künftig dazu kommt: Der Generalmusikdirektor verlässt bekanntlich nach Abschluss der kommenden Spielzeit die Staatsoper. Richard Wagners „Parsifal“ wird am 31. Juli 2013 nach siebenjähriger Amtszeit sein (vorerst?) letztes Dirigat im Nationaltheater sein.

Am Ende dieser neuen Saison wird Bayerns Staatsoper ein beispielloses Wagner-Verdi-Pensum hinter sich haben. 2013 wird der 200. Geburtstag des deutschen Musikdramatikers und seines italienischen Kollegen gefeiert. Die Münchner präsentieren dazu ihr komplettes Wagner-Repertoire (der „Ring“ wird ja gerade herausgebracht) und huldigen Verdi mit drei prominent besetzten Neuproduktionen.

„Ein bisschen traurig“ sei er, gestand Nagano. Weil er das Bayerische Staatsorchester nicht in seine Heimat USA gebracht habe. Und weil er nicht ein einziges Mal Humperdincks „Hänsel und Gretel“ dirigieren konnte. „Ein Haus zu leiten, ist mehr, als das zu tun, was man will“, formulierte es der scheidende Chefdirigent. Künftig will er sich seinem Orchester in Montreal widmen, ein Buch schreiben („eine Überraschung“) und sich mehr um seine Familie kümmern. Die vergangenen sieben Jahre habe diese schließlich „in Kollaboration“ mit der Staatsoper leben müssen.

Dabei hätte Nagano in Sachen „Hänsel und Gretel“ sogar eine doppelte Chance gehabt. München ist wohl das einzige Haus, das Humperdincks beliebtes Werk innerhalb einer Saison in zwei Inszenierungen zeigt: Zunächst, traditionell in der Vorweihnachtszeit, in der ältesten Produktion der Staatsoper aus den Fünfzigerjahren. Und ab März in einer Version von Richard Jones, der seine Inszenierung aus der New Yorker Met für München adaptieren wird.

Eröffnet wird die kommende Spielzeit mit einer großen Uraufführung: Der Komponist Jörg Widmann widmet sich in „Babylon“ dem gleichnamigen Bibel-Mythos, Peter Sloterdijk, im Hauptberuf Philosoph, verfasst dazu das Libretto. „Babylon ist die Metapher für unsere Zeit“, sagte Widmann gestern. Allerdings sei die Stadt durch die Erzählungen der Bibel zu negativ besetzt. Er wolle sich daher an einer „Ehrenrettung und Rehabilitierung“ versuchen. Das historische Babylon, darauf wies der Komponist hin, sei schließlich eine der ersten funktionierenden multikulturellen Gesellschaften gewesen. „Nicht annähernd“ habe er in seinem Leben etwas solches geschrieben, meinte Widmann, der sich allerdings nicht zurücklehnen darf: Die umfangreiche Partitur harrt noch ihrer Vollendung.

Eine weitere Uraufführung beschließt den Premierenreigen. George Benjamins „Written on Skin“ kommt bei den Festspielen 2013 im Prinzregententheater heraus. Ein Stück, das auf einer provenzalischen Geschichte aus dem 13. Jahrhundert basiert und ebenfalls von Nagano dirigiert wird. Die Serie der Neuinszenierungen wird ergänzt durch eine Produktion des Opernstudios, das Hans Werner Henzes „Elegie für junge Liebende“ im Cuvilliéstheater zeigen wird. Gleich dreimal wird der neue „Ring“ angeboten, wobei hier einige Umbesetzungen im Vergleich zur Premierenserie zu erleben sind. Und ein Glanzpunkt im Verdi-Jahr dürfte eine Festaufführung der Messa da Requiem sein, die Zubin Mehta leitet.

Dass Nikolaus Bachler bis Sommer 2018 Intendant der Bayerischen Staatsoper bleibt, gilt als ausgemacht. „Wir sind uns einig“, hieß es aus dem Kunstministerium. Noch müssten allerdings alle damit befassten Gremien zustimmen. „Nicht mehr lange“ werde es dauern, bis die Vertragsverlängerung offiziell bekannt gegeben werden kann. Bachlers jetziger Vertrag läuft bis zum Ende der kommenden Spielzeit. Eigentlich, so dachten viele, sollte seine Verlängerung mit der Verpflichtung des künftigen Generalmusikdirektors Kirill Petrenko gekoppelt werden. Dass die Unterschriften noch ausbleiben, ist daher ungewöhnlich.

Ob Petrenko den aktuellen „Ring des Nibelungen“ von Nagano übernimmt, ließ Bachler gestern merkwürdigerweise offen. Dies sei, sagte der Intendant, noch unklar.

Markus Thiel

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