Staatsoper mit Jun Märkl auf hoher See

- Die aufgewühlte See ist ein immer wieder faszinierender Anblick, der seit der Romantik auch Komponisten zur Feder greifen ließ. Mendelssohn Bartholdy sogar, bevor er das Meer wirklich gesehen hatte. Inspiriert von Goethes Gedichten, komponierte der 19-jährige die Ouvertüre "Meeresstille und glückliche Fahrt", mit der das Staatsorchester beim ersten Akademiekonzert in die Saison "stach". Jun Märkl lotste die Musiker durch romantische und impressionistische Gewässer bis hin zu Brittens "Four Sea Interludes".

<P>Temperamentvoll fröhlich, fast kirmesartig, von zarten Episoden durch- und mit Beethoven reich versetzt klang Mendelssohns Ouvertüre wirklich nach glücklicher Fahrt. Mit wilderer See konfrontiert Carl Maria von Weber die Rezia in seiner Oper "Oberon". Janice Watson huldigte dem Ozean mit angenehm timbriertem Sopran und geriet - weiß Gott warum - beim finalen Spitzenton dann doch noch in "Seenot". </P><P>Allein dieser Happen Weber machte wieder Appetit auf den ganzen "Oberon". Mit einem dritten Romantiker, Hector Berlioz, und seiner Ouvertüre "Le Corsaire" steuerte Märkl das Staatsorchester zum brillanten Höhepunkt. Abgesehen von kleinen Unebenheiten, wurde mit elegantem Streicherfluss und rhythmisch torpedierenden Bläsern ein schmuckes Bild des Seeräubers gemalt. In impressionistischen Valeurs changierte Debussys "La Mer", dem Märkl Zusammenhalt und Spannung gab, nachdem er Ravels farbig orchestrierte "Barque sur l'Ocean" im Wellengekräusel der Streicher hatte entschwinden lassen. </P><P>Wild und ungestüm steigerten Trommeln, Pauken und schrilles Blech Benjamin Brittens "Storm", eines der vier Zwischenspiele aus der Oper "Peter Grimes" ins Chaotische, das Märkl fest im Griff hatte. Orchester und Dirigent rückten "Dawn" in ein diffuses Licht, bauten in "Sunday Morning" Feststimmung auf und ließen "Moonlight" majestätisch leuchten.<BR></P>

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