Stabwechsel: An der Spitze bleiben

München - Eine der wichtigsten Kunst-Positionen des Bayerischen Freistaats ist neu besetzt. Klaus Schrenk wurde zum Generaldirektor der Bayerischen Staatsgemäldesammlungen berufen.

Das Kabinett hatte gerade noch die Personalie gutgeheißen, da trat Kunst-Minister Thomas Goppel schon mit dem  frisch  gekürten  Museumschef Klaus Schrenk vor die Presse. Der angesehene Chef der Staatlichen Kunsthalle Karlsruhe, der kürzlich noch mit einer umfassenden Grünewald-Ausstellung international hervorgetreten war, wurde als angemessener Nachfolger von Reinhold Baumstark eingeführt. Der scheidet aus Altersgründen Ende Februar 2009 aus.

Schrenks große Erfahrung als Museumsfachmann, sein Geschick, schwierige Erwerbungen zu tätigen, wissenschaftliche Reputation und breit gefächertes Kunst-Interesse - bis zur Gegenwartskunst - befähigten ihn zu der gewaltigen bayerischen Aufgabe.

Schrenk selbst, besonnen und maßvoll bescheiden wirkend, strahlte verhalten, als man ihn nach dem neuen Posten fragte.

Die Staatsgemäldesammlungen seien eben "neben Berlin und Dresden der deutsche Museumsverbund mit Weltgeltung". Mit den gewaltigen Sammlungen der Alten und Neuen Pinakothek, der Kunstabteilung der Pinakothek der Moderne, der Schack-Galerie und von 13 Zweiggalerien von Ansbach bis Würzburg spielt er in der Tat in einer anderen Liga. Er nehme die "Stafette" eines "hervorragend aufgestellten Hauses auf". Aber wo sieht er offene Fragen? Da nennt Schrenk konkret den zweiten Bauabschnitt der PDM und das Thema Wechselausstellungen.

Dabei bezieht der Kunsthistoriker klar Position gegen sogenannte Events. Auch in Karlsruhe habe er jede Schau auf den Sammlungsbestand des Hauses bezogen. Nur dadurch könne sich das Profil eines Museums schärfen.

Klaus Schrenk will außerdem die drei Pinakotheken nicht isoliert sehen. Er denkt an "Ausstellungen, die sich durch die Jahrhunderte hindurchziehen. Das ist wie beim Zopfflechten. Man muss überlegen, welche künstlerischen Fragestellungen sichtbar werden können." Im Übrigen entstünden Expositionen "in Absprache mit den Kollegen", deswegen wolle er auch keine Ideen, keine "Wunschliste" - die er natürlich habe - einfach so aufpfropfen.

Wichtig ist dem Neuen außerdem der Aspekt des Sammelns. In Karlsruhe sind ihm gewichtige Ankäufe (etwa Max Ernst) geglückt. "Die Sammlung an der Spitze verstärken" ist das klare Ziel.

Und da hat er sich viel vorgenommen, denn der Ankaufsetat in Bayern bewegt sich nur im fünfstelligen Bereich. Die Kunsthalle pflegt ebenfalls eine intensive Kinder- und Jugendarbeit. "Darauf werde ich auch hier ein Augenmerk haben." Wichtig sei es, "zielorientiert" vorzugehen, das heißt, auf die Bedürfnisse der jeweiligen Besuchergruppen einzugehen.

Vorsichtig und eher mit Vorbehalten äußert sich Schrenk zu dem Dubai-Engagement der Staatsgemäldesammlungen für ein "Universalmuseum". Er wisse noch nicht, wie konkret die Absprachen seien, was die Museen zu erfüllen hätten. Die Globalisierung der Bildungssysteme, und dazu gehörten Museen, findet er interessant. "Kulturgüter dürfen aber nicht verschlissen werden."

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