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Matthias Lilienthal wird seinen Posten als Intendant der Münchner Kammerspiele 2020 aufgeben.

Neuer Intendant für die Münchner Kammerspiele ab 2020

Stadt will Lilienthal-Nachfolger bis Jahresende

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Weiter Theater um die Münchner Kammerspiele: Jetzt beschäftigte sich der Kulturausschuss des Stadtrats mit der Frage, wie es zum Abschied von Matthias Lilienthal als Intendant kommen konnte - und wie die Nachfolgersuche abläuft.

Geht es nach Hans-Georg Küppers, steht spätestens im Dezember fest, wer 2020 als Intendant der Münchner Kammerspiele auf Matthias Lilienthal folgt. Das erklärte Münchens Kulturreferent am Donnerstagnachmittag im Kulturausschuss. Zunächst will Küppers mit einer Gruppe aus je einem Vertreter der im Stadtrat vertretenen Fraktionen und Gruppierungen über das künftige „Profil der Kammerspiele“ diskutieren, um danach Kandidaten anzusprechen und einen neuen Theaterchef zu finden. „Es wäre schön, wenn das bis Ende des Jahres gelingt“, sagte Küppers. Eine offene Ausschreibung des Postens gibt es nicht, allerdings sind bereits Initiativbewerbungen im Kulturreferat eingegangen. Wie berichtet, hat sich unter anderen der Schauspieler und bildende Künstler Stefan Hunstein um die Leitung der städtischen Bühne beworben.

Die Nachfolgersuche ist notwendig geworden, weil Lilienthal, der das Theater seit 2015 führt, im März erklärt hatte, dass er für eine Verlängerung seines Vertrags über 2020 hinaus nicht zur Verfügung stehe. Eigentlich wollte Küppers den 58-jährigen Berliner für weitere drei Jahre ans Haus binden. Lilienthals Entscheidung war die Erklärung der CSU-Stadtratsfraktion vorausgegangen, eine weitere Amtszeit des Intendanten nicht mittragen zu wollen. Seit dem München-Start des Theatermanns wird über (zu) wenige Zuschauer und die künstlerische Ausrichtung des Hauses gestritten, die das Performance-Theater ins Zentrum rückt.

Anträge von Grünen und FDP

Auf Antrag der Fraktionen von FDP und Grünen hat sich der Kulturausschuss nun nochmals mit dem Thema beschäftigt, wobei die Besucherränge im Großen Saal auffallend gut und auffallend jung besetzt waren. Wolfgang Heubisch (FDP) monierte, dass die Diskussion über Lilienthal nicht dort stattfinde, „wo sie stattfinden sollte: im Stadtrat“. Florian Roth (Grüne) forderte, übers „Anforderungsprofil“ für die städtische Bühne zu sprechen: Ende der künstlerischen Experimente oder aber künstlerische Zeitgenossenschaft?

CSU gegen „Legendenbildung“

Vor allem die CSU kämpfte am Donnerstag gegen die „Legende“ an, für Lilienthals Abschied verantwortlich zu sein: „Wir sollen als Sündenbock hingestellt werden“, sagte Marian Offman. „Dabei haben wir bei Weitem keine Mehrheit.“ Im Gegensatz zu Richard Quaas, dem kulturpolitischen Sprecher der CSU-Fraktion, ist Offman überzeugt: „Das künstlerische Experiment ist Motor des Theaters.“ Quaas hatte vor Kurzem im Gespräch mit unserer Zeitung für die Kammerspiele festgestellt: „Die Zeit der finanziellen und künstlerischen Experimente ist vorbei.“ Obwohl eine Auslastung des Theaters mit 63 Prozent „schon besorgniserregend“ sei, so Offman, seien das „keine Zahlen, bei denen der Kämmerer die Hände überm Kopf zusammenschlägt“. Denn da waren sich alle Stadträte einig: Der Erfolg eines Theaters dürfe nicht (nur) an seiner Wirtschaftlichkeit gemessen werden.

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