Star-Geigerin beim großen Aids-Konzert

Janine Jansen: - Zum ersten Münchner Aids-Konzert, das das Münchener Kammerorchester am kommenden Montag zu Gunsten der Aids-Hilfe um 20 Uhr im Prinzregententheater gibt, kommt sie direkt aus Washington. Janine Jansen: "Es wird ein hektischer Tag werden, aber ich wollte in diesem Konzert unbedingt spielen.

Sicherlich werde ich ein bisschen müde sein, doch wenn man auf der Bühne steht und gemeinsam Musik macht, dann bekommt man dadurch wieder Energie zurück, und es macht einfach viel Freude."

Der 29-jährigen holländischen Star-Geigerin Janine Jansen bleibt an diesem Tag aber noch genug Zeit, um eine Probe mit dem Ensemble unter Leitung von Alexander Liebreich abzuhalten. Ohnehin ist sie sozusagen in Übung: In Washington spielt sie nämlich gerade jetzt gemeinsam mit dem National Symphony Orchestra unter Leitung von Leonard Slatkin ebenfalls Mendelssohns Violinkonzert in e-moll op. 64.

Bestens eingespielt wird sie somit in München eintreffen. "Es war natürlich auch ein Wunsch von mir, das Opus in München aufzuführen, weil ich es gerade auf CD aufgenommen habe. Deshalb spiele ich diese Saison ziemlich viel Mendelssohn und das Max-Bruch-Violinkonzert. Für mich speziell ist der Mendelssohn ein geniales Werk. In den letzten Monaten habe ich es an die 20 Mal gespielt."

Die Kombination Mendelssohn-Bruch auf der CD kommt nicht von ungefähr. Zehn Jahre war Janine Jansen alt, als sie das Mendelssohn-Konzert erstmals auf einer Langspielplatte hörte. Und auf der anderen Seite war, welch ein Zufall, das Bruch-Werk. Mendelssohns Stück war eines der ersten, das die damals fünfzehnjährige Janine Jansen mit Orchester gespielt hat, bei Bruch war sie noch etwas jünger.

Im Ensemble zu musizieren, das kennt Janine Jansen, die in einem kleinen Ort nahe Utrecht zu Hause ist, bereits seit ihrer Kindheit. Der Vater war Organist, die Mutter Sängerin, und die beiden älteren Brüder sind auch Musiker. Janine Jansen: "Musik war immer in meinem Leben. Ich wollte eigentlich Cello wie mein älterer Bruder lernen, aber meine Eltern fanden etwas mehr Abwechslung im Familienensemble wäre gut, und sie schlugen mir die Geige vor."

1997 ebnete sie sich mit ihrem Debüt beim Amsterdamer Concertgebouw Orchestra den Weg zur internationalen Karriere. Persönlich wichtiger ist ihr jedoch das Londoner Debüt 2002 beim Philharmonia Orchestra unter Leitung von Vladimir Ashkenazy, mit dem sie bis heute eng zusammenarbeitet. Auf München freut sie sich sehr: "Ich kenne Alexander Liebreich schon seit ein paar Jahren; wir wissen, wie wir die Musik erleben. Und das Orchester ist natürlich auch fantastisch; die sind so flexibel. Das ist mir sehr wichtig. Man hört einander zu und reagiert, und es entsteht, hoffentlich, etwas Schönes."

Gespielt wird in einer kleineren Besetzung mit dem Münchener Kammerorchester, was der jungen Künstlerin sehr entgegenkommt: "Es ist ein sehr transparentes Werk und es soll auch eine gewisse Leichtigkeit und Frische haben."

Solisten des 1. Münchner Aids-Konzerts: neben Janine Jansen sind es Juliane Banse, Sopran, Camillo Radicke und Lars Vogt, Klavier. Auf dem Programm Werke von Beethoven, Strawinsky, Haydn, Strauss, Mendelssohn Bartholdy, Schumann. Karten unter: 089/54818181 oder 089/46136430.

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