Gala

Stars und Sternchen

30 Jahre Heinz-Bosl-Stiftung: Ballett-Fest zum Jubiläum.

Das Münchner Nationaltheater ausverkauft. Eine Bühne prall voll mit Tanzstudenten in spannenden, kurzen Stücken – aber keine Bosl-Ballettmatinee wie alle anderen. Denn diesmal wurde der 30. Geburtstag der Heinz-Bosl-Stiftung gefeiert – die überhaupt die Matineen erst ermöglicht. Und die Stipendien und das Wohnheim und die Wettbewerbe, sogar die Spitzenschuhe. Und wenn die Absolventen in aller Welt Engagements bekommen, dann dank der Lehrer, aber letztlich auch dank der Stiftung. Was Konstanze Vernon, zwar Ex-Schulchefin, aber immer noch glänzend präsente Stiftungs-Leiterin, seit 1978 mit ihrem Mann Fred Hoffmann aufgebaut hat – phänomenal: Im Programmheft kann man die Latte der ehemaligen „Bosls“ nachlesen, viele heute in ballettnahen oder auch ballettfremden Berufen.

Für die 17 Ehemaligen im Staatsballett hat Direktor Ivan Liska eigens ein Ensemble-Stück entworfen. Darin tanzen Abgängerinnen von 2007/08 wie auch Norbert Graf, „Bosl“-Veteran von 1990, der schon erfolgreich für die jetzigen Studenten choreographiert. Seinen Pas de deux „Avedis“ interpretierten Olzhas Tarlanov und Adji Cissoko, ein Supermädchen und vielleicht mal eine zweite Judith Jamison.

Vom Berliner Staatsballett reiste der Ex-„Bosl“ Michael Banzhaf an, um mit Nadja Saidakova einen Ausschnitt aus Béjarts „Ring um den Ring“ zu tanzen. Ihr Ballett-Intendant, Weltstar Vladimir Malakhov, wurde zu Recht bejubelt für sein wunderbar gestaltetes „Voyage“ von Renato Zanella. Es war Malakhovs Dankeschön an Vernon. Denn sie hatte den 18-Jährigen in der UdSSR entdeckt, und sein Auftritt in einer ihrer ersten Matineen war so etwas wie die Startrampe für seine brillante Karriere im Westen. Nicht anreisen konnte die jetzige Hamburg-Solistin Kusha Alexi wegen bevorstehender Mutterfreuden. Sie schickte ihren Mann Amilcar Moret Gonzales. Er, cool bis in die Rapper-Attitüde, und der hinreißend komische Graf blätterten Ralf Jaroschinskis Kumpel-Duett „Intuition Blast“ auf die Bühne. Ja, alles tolle Tänzer!

Und für uns das Schönste: Das von Pianist Aljoscha Zimmermann hochgradig einfühlsam begleitete „Klassenkonzert“. Da sieht man nämlich nicht nur den Riesenschwarm an Talenten. In diesen Übungen erlebt man auch nochmal, woher das klassische Ballett kommt, wird sich bewusst, wie sich aus Volks- und höfischen Tänzen ein Vokabular entwickelt hat, das alle Tanzmoden und -trends überdauert. Das geht unter die Haut.

Weitere Vorstellung

23. November, 11 Uhr.

von Malve Gradinger

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