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Bayreuther Festspiele 2016 - Parsifal

Auf dem Grünen Hügel

Start der Bayreuther Festspiele: "Parsifal" - die Nachtkritik

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Bayreuth - Der so heiß erwartete „Parsifal“ wartet zur Eröffnung der Bayreuther Festspiele am Montagabend mit einigen Überraschungen auf.

Irgendwo im Irak, in einer zerbombten Stadt haben sich diese Christen in ihre Kirche zurückgezogen. Und pflegen seltsame Riten: Das mit dem „Nehmet hin mein Blut“ haben Amfortas, dessen frisch gezapftes Blut zur Gralszeremonie getrunken wird, irgendwie falsch verstanden. Mit einigen Überraschungen wartet also dieser so heiß erwartete „Parsifal“ zur Eröffnung der Bayreuther Festspiele auf. 

Am Montagabend war Premiere auf einem Grünen Hügel, der seltsam ruhig wirkt. Autos sind von der Allee-Auffahrt verbannt, wer zum Festspielhaus will, wird jedes Mal, auch nach den Pausen, kontrolliert. Und in der lückenhaft besetzten Mittelloge durften nach der Absage von rotem Teppich und Staatsempfang Gäste aus der Polit-B-Klasse Platz nehmen. Regisseur Uwe Eric Laufenberg liefert mit den Diaspora-Christen einen akzeptablen ersten Akt, gerät aber dann schwer ins Schwächeln: Sein Realismus, mit allerlei leer laufender Ambition und Anspielungen garniert, steht ihm auch im Weg, provoziert zudem manche ungewollte Komik. 

Unter den Solisten agiert Georg Zeppenfeld (Gurnemanz) einsam auf Weltklasse, mit Abstand folgt Klaus Florian Vogt in der Titelrolle, Ryan McKinny (Amfortas) darf seinen Kinostar-Körper vorführen, für die Kundry von Elena Pankratova wären Übertitel fein. Dirigent Hartmut Haenchen, vor einigen Tagen für Andris Nelsons eingesprungen, verblüfft mit seinem Wissen und Details und mit einer zügigen, enorm erfüllten Lesart, die keine Sekunde gehetzt wird. Ausführliche Kritik folgt.  

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