Ingolstadt entlässt Walpurgis - Interims-Nachfolger steht fest

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Der Museumsneubau für die Sammlung Brandhorst kostete rund 48 Millionen Euro und soll im Frühjahr 2009 eröffnet werden.

Startschuss für Museum Brandhorst im Frühjahr

München -­ Die Freunde moderner Kunst in München können sich freuen: Das ultramoderne Museum Brandhorst, neues Glanzstück des Kunstareals in unmittelbarer Nachbarschaft zur Pinakothek der Moderne, soll im kommenden Frühjahr endlich seine Tore öffnen.

Der dreigeschossige Bau mit einer Außenhaut aus 36 000 bunten Keramikstäben wird die Sammlung von Udo und Anette Brandhorst beherbergen, die aus mehr als 700 Werken wegweisender Künstler des 20. Jahrhunderts wie Pablo Picasso, Cy Twombly und Andy Warhol besteht.

48 Millionen Euro kostete der Museumsneubau, der das Areal mit den drei Pinakotheken und dem Lenbachhaus ergänzt. Rund 150 bis 200 Werke sollen im Museum Brandhorst ausgestellt werden. Ein zentraler Bereich wird dem Lepanto-Zyklus des US-Künstlers Cy Twombly gewidmet. Dabei handelt es sich um 12 Bilder, die 12 Stunden der Seeschlacht von Lepanto im 16. Jahrhundert darstellen und derzeit als Leihgabe im Prado in Madrid hängen.

Fast zeitgleich zur Eröffnung des Brandhorst-Museums müssen Kunstliebhaber vorübergehend Abschied von einem lieb gewonnenen Museum nehmen. Das städtische Lenbachhaus mit seiner einzigartigen Sammlung zum “Blauen Reiter“ wird bis etwa 2012 für eine umfassende Sanierung schließen. Allerdings bleibt der unterirdische Kunstbau geöffnet. Dort ist noch bis zum 22. Februar die hochkarätige Ausstellung “Kandinsky ­ Absolut.Abstrakt“ mit rund 95 großformatigen Meisterwerken des russischen Künstlers zu sehen. Mehr als 100 000 Besucher haben die Schau bereits gesehen, gerechnet wird am Ende mit 400 000 Besuchern.

Wenn die Kandinsky-Ausstellung im Februar weiter nach Paris wandert, werden im Lenbachhaus die Umzugskisten gepackt. Nach den Plänen des britischen Stararchitekten Norman Foster wird die Villa aus dem 19. Jahrhundert für 56 Millionen Euro umgebaut und um einen modernen Anbau erweitert. In Etappen wird das Lenbachhaus im Frühjahr komplett leergeräumt. Im Mai/Juni 2009 soll dann zunächst der 1972 errichtete Erweiterungsbau abgerissen werden, bevor der Umbau beginnt. Museumsdirektor Helmut Friedel hofft, dass das Lenbachhaus im Frühjahr 2012 wieder eröffnet werden kann.

Auch das Haus der Kunst, Protzbau der Nazi-Architektur, wartet auf eine Sanierung. Doch die soll nach Angaben einer Sprecherin nicht vor 2011 beginnen. Ein Höhepunkt im neuen Jahr ist die Ausstellung “Gerhard Richter ­ Abstrakte Bilder“ (27.2.-17.05), die vom Kölner Museum Ludwig übernommen wird. Der neue Kurator Ulrich Wilmes, der zuvor Vize-Direktor des Museums Ludwig war, hat die Richter-Schau sozusagen als “Mitgift“ vom Rhein mitgebracht und will sie in München um zusätzliche Werke ergänzen. Im Oktober 2009 präsentiert das Haus der Kunst den chinesischen Künstler Ai Weiwei, der Aufsehen bei der Documenta 2007 in Kassel erregte: Ai Weiwei hatte für sein Projekt “Fairytale“ 1001 Chinesen nach Kassel geschickt.

Die Hypo-Kunsthalle widmet ihre erste Ausstellung im neuen Jahr von Mitte Februar an Meisterwerken aus der goldenen Zeit der niederländischen Malerei im 17. Jahrhundert. Im Juni folgt eine Retrospektive mit Werken des französischen Malers Jean Dubuffet (1901-1985), die in Deutschland selten zu sehen sind. Die Schau ist zunächst in Neuss zu sehen. Hochkarätiges bietet auch die Villa Stuck, die von Ende April an rund 100 Graphiken und Skulpturen des französischen Künstlers Honoré Daumier (1808-1879) präsentiert.

Für München hat der Direktor des Museums Brandhorst, Armin Zweite, der jahrelang auch Direktor des Lenbachhauses war, große Pläne. Er macht sich für einen “Masterplan“ stark, um in der bayerischen Landeshauptstadt ein Kunstareal zu schaffen, das sich mit Berlin messen kann.

Dorothea Hülsmeier/dpa

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