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Die Salzburger Festspiele werden gut besucht von Gästen aus den südbayerischen Landkreisen bis kurz vor München.

Salzburger Festspiele: Steuergelder gut investiert

Salzburg - Die Salzburger Festspiele sind nicht nur ein Festival von Weltrang. Sie spülen zudem Jahr für Jahr viel Geld in die Kassen der heimischen Wirtschaft und in die österreichische Staatskasse. Dabei lassen auch die Besucher aus Bayern gutes Geld im Nachbarland, wie jetzt eine Studie belegt.

Der durchschnittliche Festspielbesucher bleibt eine Woche in Salzburg, besucht vier Vorstellungen und gibt in dieser Woche 2.200 Euro für Hotel und Essen aus. Die regionalen Besucher aus Salzburg und den bayerischen Nachbarlandkreisen bis kurz vor die Tore Münchens geben immerhin noch 127 Euro für Speis und Trank sowie Einkäufe pro Tag aus. „Die öffentliche Hand nimmt mehr Steuern durch die Umsätze der Festspielgäste ein, als sie für Subventionen wieder ausgibt“, sagt Festspielpräsidentin Helga Rabl-Stadler zu einer Studie der Fachhochschule Salzburg.

Von den rund 250.000 Besuchern im Jahr 2011 kamen rund 20 Prozent aus Salzburg und dem Umland, davon wiederum etwa 15 Prozent oder rund 7.500 Gäste aus den südbayerischen Landkreisen bis kurz vor München. Während diese Opern- und Konzertfans in der Regel nach den Aufführungen und nach Restaurantbesuchen wieder nach Hause fahren, bleiben rund 60 Prozent der auswärtigen Besucher in einem Hotel der gehobenen Klasse in der Stadt. 20 Prozent logieren in Hotels in Bergheim, Elixhausen oder Wals, wie die Studie ergab.

Die internationalen Gäste bleiben im Durchschnitt sieben Tage in Salzburg, „ein sehr hoher Wert, wenn man weiß, dass zum Beispiel in Deutschland die Dauer der verbrachten Urlaubstage immer kürzer wird“, sagt Rabl-Stadler. Der Festspieltourismus habe sich damit als sehr krisenresistent erwiesen, bestätigt auch Bernd Gaubinger, der wissenschaftliche Leiter der Studie. Da der Anteil der deutschen Gäste inklusive der Besucher aus der bayerischen Grenzregion sehr hoch ist, kommen rund 70 Prozent der Festivalgäste mit dem Auto. Der Anteil der Besucher, die mit der Bahn anreisen, hat sich von 13 Prozent im Jahr 2006 auf nun 18 Prozent erhöht. Der Anteil der Flugreisenden nahm im selben Zeitraum von 18 auf zwölf Prozent ab. „In unseren Roadshows im Ausland höre ich immer wieder die Leute über die schlechten Flugverbindungen nach Salzburg jammern“, nennt Rabl-Stadler als einen möglichen Grund dafür.

Der Festspielgast aus dem Ausland, also nicht aus Salzburg selbst und nicht aus Bayern bis kurz vor München, gibt pro Festspieltag satte 317 Euro aus. Davon entfallen rund die Hälfte für das Hotel, etwa 100 Euro für Essen und Trinken und der Rest für Taxi und sonstige Einkäufe. Dazu kommt noch der Kauf der Festspielkarten, wofür der durchschnittliche Gast miteinander 550 Euro hinlegt. Zusammengerechnet geben die 80 Prozent auswärtigen Besucher rund 102,5 Millionen Euro aus, die Festspiele selbst haben Ausgaben in Höhe von rund 34,5 Millionen Euro – zusammen 137 Millionen Euro, die direkt mit den Festspielen verdient werden.

„Dazu kommen noch die indirekten Wirkungen der Festspiele, zum Beispiel die Zulieferer der Festspiele oder der Hotellerie“, erklärt Gaubinger. Dies macht noch einmal rund 138 Millionen Euro aus. Zusammen mit den direkten Einnahmen ergibt sich ein gesamtwirtschaftlicher Umsatz von 275 Millionen Euro. Rund 200 Millionen Euro davon fließen in die Wirtschaft des Landes Salzburg. Immer wieder wird die Höhe der Subventionen für die Salzburger Festspiele kritisiert. Doch die Studie weist auch nach, dass alleine mit der Umsatzsteuer aller gekauften Karten, Waren und Hotelaufenthalte die Festspiele rund 36 Millionen in die Staatskasse spülen. Demgegenüber betragen die Subventionen von Bund, Land und Stadt Salzburg nur 10,9 Millionen Euro. Rabl-Stadler: „Ich bin keine Präsidentin, die bei den Politikern immer sagt, ,her mit der Marie‘, aber ich werde den Politikern schon mit Hilfe der Studie sagen, ,seht her, das Steuergeld ist gut investiert‘.“

Von Michael Hudelist

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