Mit Stil, Charme und Ungestüm

- Der Neujahrsmorgen gehört den Wiener Philharmonikern _ weltweit via TV. An Ostern aber schlägt die Stunde der BR-Symphoniker. Deren Montagsmatinee aus dem Münchner Prinzregententheater wird nun schon seit Jahren von der ARD live übertragen. Mariss Jansons, der neue Chef des Symphonieorchesters des Bayerischen Rundfunks, übernahm die Tradition von seinem Vorgänger Lorin Maazel und holte sich Verstärkung aus der Sängerecke: Star-Bariton Thomas Hampson.

<P>Er wartete mit Stil, Charme und Stimme auf, als durch das Programm führender Plauderer ebenso einnehmend wie als Sänger von Mahlers heiter-wehem "Rheinlegendchen" oder von Korngolds Tanzlied "Mein Sehnen, mein Wähnen" aus der Oper "Die tote Stadt". Ein Publikumsliebling, der dem sich stets ganz in den Dienst der Musik stellenden Jansons fast die Schau stahl.</P><P>Der konterte die geballte Charmeoffensive mit vibrierender Musikalität und Temperament. So machte er aus den allesamt vom Tanz inspirierten Nummern einen verführerischen Reigen: Angefangen von Webers ebenso filigran wie deftig musizierter, von Berlioz für Orchester gesetzter "Aufforderung zum Tanz" bis hin zu den opulenten "Rosenkavalier"-Walzern von Richard Strauss.</P><P>Jansons leidenschaftliches Musizieren hat die BR-Symphoniker längst angesteckt. So ließen sie und der souveräne BR-Chor (Einstudierung: Michael Gläser) sich mitreißen ins rhythmische Gegeneinander der ungarischen Volksweisen von Zoltan Kodaly ("Doppeltanz von Kallo"), und so bereitete er mit dem Orchester eine furiose Mischung aus Ungestüm, Präzision und Farbfinessen in Strawinskys "Danse infernale du roi Kastchei". Mit Tschaikowskys Violin-Walzer gesellte sich Frank Peter Zimmermann zum Orchester, der hernach in Mozarts Rondo KV 373 bei lupenreiner Intonation Anmut und Grazie versprühte.</P><P>Bei so viel Tanz durften echte Tänzer nicht fehlen. John Neumeier hatte zu Dvorá´ks Slawischem Tanz einen geschmeidigen Pas de deux (Elizabeth Loscavio, Alexandre Riabko) und zu Brahms' Ungarischem Nr. 5 ein kraftvoll-witziges Solo (Ivan Urban) choreographiert, die ebenso begeistert beklatscht wurden wie Orchester, Chor, Dirigent, Solist und Sonnyboy-Moderator.</P>

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