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Sting im Münchner Kesselhaus.

Sting: Ein Mann, ein Bass

München - Sting kehrte im Münchner Kesselhaus zur Einfachheit zurück. Wie sich das anhörte, lesen Sie in unserer Konzertkritik:

Gott sei Dank, mag sich mancher Sting-Fan gedacht haben. „Back to Bass“ heißt die aktuelle Tour. Zurück zur Einfachheit also. Sting, das weiß man, ist kein uneitler Mann – und ambitionslos auch nicht. Also gab er in den letzten Jahren Renaissance-Lieder auf der Laute zum Besten und scharte ganze Symphonieorchester um sich. Der Fan fand das okay, mehr aber nicht. Jetzt also – endlich – wieder mit Band: Sting, wie Gott ihn schuf, im randvollen Münchner Kesselhaus.

Tatsächlich rockt die sechsköpfige Combo munter los: „All This Time“ und „Every Little Thing She Does Is Magic“ (von The Police), später als Zugabe „Next To You“. Die berühmte helle, kehlige Stimme ist intakt, Dominic Miller spielt Gitarrensoli mit Wahwah-Effekt, des Rockers Herz schlägt höher. Geiger Peter Tickell und Sting – Glatze, Jeans, Shirt, abgegriffener Bass – liefern sich musikalische Duelle.

Aber Sting ist nun mal Sting – ein „ernsthafter Musiker“, kein „Demolition Man“, wie er singt. Heißt: Jazz und Rock halten sich die Waage, und sogar die Westernballade „I Hung My Head“ hat einen dermaßen vertrackten Rhythmus, dass jeder, der hier schunkeln möchte (wie zu der Version von Johnny Cash), verzweifeln muss. Im Mittelteil droht dann gediegene Routine wie Bodennebel durch die Halle zu wabern, doch Sting gelingt auch da noch Schönes: Die zarte „Ghost Story“ etwa, und spätestens bei seinem besten Lied, „Every Breath You Take“, hat er sich wieder gefangen.

Sein Verhältnis zur Einfachheit aber, das verdeutlicht Sting selbst am besten. Den Hit „Fields Of Gold“ leitet er – in tollem Deutsch – mit folgenden Worten ein: „In England wohne ich in einem charmanten kleinen Haus.“ Er lacht. „Das ist nicht wahr. Ich lebe in einem großen Schloss.“

Johannes Löhr

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