Strauss als Wachmacher: "Ariadne auf Naxos" in Star-Besetzung

München - "Man kommt vom Tisch, man ist beschwert und wenig aufgelegt, man macht unbemerkt ein Schläfchen, klatscht dann aus Höflichkeit und um sich wach zu machen."

Das könnte eine Zustandsbeschreibung des Münchner Festspielpublikums sein, ist aber ein Zitat aus Richard Strauss' "Ariadne auf Naxos". Eine Oper, die eine Oper thematisiert - welch besseres Stück könnte es für den Münchner Saison-Abschluss geben?

Eben jenes Stück, jener Zwitter aus spitzfindiger Konversationskomödie und heroischem Drama, ist am 24. Juli die zweite große Premiere des Festivals. Und dies, dem intimen Charakter der "Ariadne" sehr angemessen, im Prinzregententheater.

Generalmusikdirektor Kent Nagano dirigiert, Robert Carsen führt Regie. Eine Aufführung, die koproduziert wird mit der Deutschen Oper Berlin. Im Gegensatz zu Spree-Athen kann die Isarstadt freilich mit einer herausragenden Besetzung punkten.

Die Kanadierin Adrianne Pieczonka ist in der Titelpartie zu erleben. Und wer sich heutzutage die perfekte Zerbinetta wünscht, kommt automatisch auf Diana Damrau. Daniela Sindram, Ensemblemitglied der Staatsoper, erhält mit dem Komponisten ihre erste große Premierenchance. Mit dabei sind unter anderem noch Burkhard Fritz (Bacchus) und Nikolay Borchev (Harlekin).

In München gehört die "Ariadne" seit jeher zum Repertoire-Kanon, Aufführungen mit Wolfgang Sawallisch am Pult und Edita Gruberova gelten heute als legendär. Die Neuproduktion wird übrigens als äußerst exquisite Angelegenheit behandelt: Nach den drei Festspiel-Aufführungen wandert sie ins Depot und wird erst beim 2009er-Festival wieder gezeigt. 

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