Studie vorgestellt

BR-Jugendwelle kostet Privatsender 64 Millionen Euro

München - Die geplante BR-Jugendwelle auf UKW käme die privaten Radiosender in Bayern laut einer Studie teuer zu stehen. Sie würden jährlich rund 64 Millionen Euro Bruttowerbeerlöse verlieren.

Das ergab ein Gutachten der Hamburger Wirtschaftsprüfungsgesellschaft RBS RoeverBroennerSusat. Ein UKM-Programm „Puls“ greift demnach in die Reichweiten anderer Sender bei der werberelevanten Zielgruppe der 14- bis 49-Jährigen ein.

„Insbesondere vielen privaten Lokalsendern würde die wirtschaftliche Grundlage entzogen, und sie könnten sich nicht mehr im Markt halten“, kritisierte am Sonntag der Geschäftsführer der Bayerischen Lokalradio-Werbung (BLW), Philipp von Martius. „Das bestehende Gleichgewicht zwischen öffentlich-rechtlichen und privaten Radioanbietern in Bayern würde damit aufhören zu existieren.“

Die Jugendwelle „Puls“ wird bislang ausschließlich digital über DAB+ und das Internet verbreitet. Der Bayerische Rundfunk will sie künftig anstelle des Radiosenders BR Klassik auf UKW ausstrahlen.

Das Gutachten wurde im Auftrag von Antenne Bayern und Studio Gong erstellt. Auch Antenne Bayern sei von den Plänen erheblich betroffen, betonte der Vorsitzende der Geschäftsführung des landesweiten Privatsenders, Karlheinz Hörhammer. „Damit würden sich langfristig die Wettbewerbsnachteile der privaten Anbieter gegenüber den Angeboten des Bayerischen Rundfunks weiter verstärken und die Schere im bayerischen Radiomarkt perspektivisch immer weiter auseinandergehen.“

dpa

Rubriklistenbild: © picture-alliance/ dpa

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Der letzte Stummfilm-Schrei
Das Orchester Jakobsplatz spielte im Rahmen seiner Reihe „Flimmerkammer“ in den Münchner Kammerspielen zu „Der Student von Prag“. Lesen Sie hier unsere Kritik:
Der letzte Stummfilm-Schrei
Pussy Riot wollen nicht aufgeben
Sie war im Straflager und gilt als Ikone des Widerstands: Pussy-Riot-Aktivistin Mascha Alechina kommt jetzt in die Münchner Muffathalle. 
Pussy Riot wollen nicht aufgeben
David Guetta in der Olympiahalle: Unter mega macht er's nicht
David Guetta war am Donnerstag in der Olympiahalle zu Gast und begeisterte einmal mehr sein Publikum. Auch unsere Redakteurin war mit dabei - und fand es einfach nur …
David Guetta in der Olympiahalle: Unter mega macht er's nicht
Der Herr der Klänge
Trauer um Christian Burchard, Herz der Band Embryo und einer der wenigen echten Weltstars aus München, der mit 71 Jahren gestorben ist.
Der Herr der Klänge

Kommentare