Stückchen Brandhorst-Museum

- "1 2 3 4 die architektur von sauerbruch hutton": Es ist wirklich kein Kinder-Abzählreim, der der neuen Ausstellung des TU-Architekturmuseums in der Münchner Pinakothek der Moderne (PDM) den Titel gab. Louisa Hutton und Matthias Sauerbruch, die 1989 ihr Büro gegründet haben, unterteilen ihre Präsentation tatsächlich in vier Abschnitte.

Ein kleiner Stelen-Wald, auf dem die Modelle thronen, gibt unter dem Stichwort "Form" einen Überblick über das vorläufige uvre. Diese zum Teil projektierten, zum Teil realisierten Bauten werden gewissermaßen an der Wand gespiegelt: Eingeritzt in transparente Scheiben schmiegen sich die Grundrisse ins urbane Umfeld. Aber ob Modell, ob veredelter Plan, das Paar inszeniert klug die eigenen Bauten als etwas Besonderes: Die kleinen farbigen Plexiglas-Häuschen setzen hübsche Ausrufungszeichen. Und die Farb-Elemente der realen Häuser werden von Ola Kolehmainen fotokünstlerisch geadelt (Teil drei: "Oberfläche"). Zugleich betont das Baumeister-Gespann seinen Respekt vor dem Kontext. Nicht nur dem städtebaulichen. Denn im zweiten Teil, "Inhalt", kommen sogar die Nutzer - neben den Architekten-Interviews - auf drei Videoleinwänden zu Wort.

Am Ende des 1 2 3 4-Rundgangs kann der Besucher die "neue" Fassade des Museums Brandhorst begutachten, das zurzeit an der Türken- Ecke Theresienstraße gebaut wird. Unendlich viele vertikale Stäbe bedecken die Außenwände des Modells. An der Basis dunkel gehalten. Darüber das Fensterband. Und oben, dominierend, ein zarter, schneller Rhythmus aus hellen Tönen. Es gibt alle Farben - aber immer abgetönt und ohne einer strengen Abfolge zu unterliegen. So wie man dem Bau durch Grundrisse und Innenraum-Modelle im Entstehen folgen kann, so auch dem "Wachsen" der Farben bis hin zu echten Keramik-Stäben. Sie werden schallschluckend das Haus umspielen.

Bis 22.10., 089/ 23 80 53 60, Katalog, Lars Müller Publishers: 38 Euro.

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