50 Stunden Theater - Schauspielhaus Bochum feiert Geburtstag

- Bochum - Mit einem zweitägigen Theaterspektakel feiert das Bochumer Schauspielhaus am kommenden Wochenende (18./19. Oktober) den 50. Geburtstag seiner 1953 neu errichteten Spielstätte. Unter dem Motto "50 Jahre - 50 Stunden" gibt es ein "nach vorne blickendes" Programm in der Regie von knapp 30 jungen Theatermachern - aufgeführt vom Bochumer Ensemble sowie Schauspielschülern in der Ruhrgebietsstadt. Das berichtete Martin Fendrich, Dramaturg am Schauspielhaus, in Bochum.

<P>Die maximal einstündigen Lesungen, Szenen und Performances werden an "normalen" wie ungewöhnlichen Orten zu sehen sein - etwa in der Kantine, im Innenhof, im fensterlosen Möbelkeller oder in der Enge des Lastenaufzugs. Der Eintritt zum 50-stündigen "kreativen Chaos" der Jubiläumsveranstaltungen ist frei, kündigte Fendrich an. Die erste Darbietung zum Spektakel am kommenden Samstagnachmittag kommt von Tana Schanzara - die einzige Schauspielerin des Ensembles, die nach Angaben Fendrichs "alle 50 Jahre mitgemacht hat".</P><P>Das Fest der renommierten Bühne, an der zu den bedeutendsten Regisseuren des deutschsprachigen Theaters der Gegenwart zählende Theatermacher wie Peter Zadek oder Claus Peymann wirkten, sei absichtlich keine Retrospektive, meinte Fendrich. Zwar gebe es mit Inszenierungen von Shakespeare oder Thomas Bernhard Hinweise auf die Intendanz Zadeks wie Peymanns. Das "perspektivische" Programm aber werde von Jungregisseuren und Autoren gemacht, mit denen das Schauspielhaus auch in Zukunft zusammen arbeiten wolle, sagte Fendrich. Zumindest bis 2005 - dann wechselt Intendant Matthias Hartmann nach fünf Jahren Theaterleitung ans Schauspielhaus nach Zürich.</P><P>Gezeigt werden unter anderem "Revolution is a bad thing", einer auf 20 Zuschauer beschränkten Aufführung im Lastenaufzug nach Heiner Müller, "Sieben Sekunden (In God We Trust)" - einem Stück zum Irakkrieg - oder die Performance "Hillary. Die Erinnerungen einer starken Frau". Zudem können sich je 10 Teilnehmer durch das Schauspielhaus führen lassen - in Begleitung einer mobilen Inszenierung des Textes "Die Planung des Plans" von Peter Stamm.</P><P>Fußball- wie Theaterfans kommen bei "Kicken und Kucken" auf ihre Kosten. Der Berliner Regisseur Rolf Krieg habe einst in Bochum eine Frau kennen gelernt, die "zwei Abos hatte", so Fendrich. "Eins für den BVB und eins für das Schauspielhaus."</P>

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