Auf der Suche nach dem eigenen Profil

- Ideen sind gefragt, wenn es darum geht beim derzeitigen Überangebot an Mozart-Konzerten ein eigenes Profil zu finden. Bei den Münchner Philharmonikern versuchte man es am Wochenende unter der Leitung von Frans Brüggen mit einem kurzen Streifzug durch das breite sinfonische Schaffen des Komponisten. Sein vor allem im Bereich der Alten Musik geschultes Ideal eines schlanken, vibratolosen Klanges versuchte der Dirigent dabei auch hier konsequent umzusetzen. Soweit sich dies eben mit den Vorstellungen und der Tradition eines Orchesters wie den Philharmonikern vereinbaren lässt.

Im Zentrum des Abends stand dabei die rekonstruierte Fassung der Sinfonia concertante KV 297, deren Authentizität zwar bis heute noch immer nicht vollständig geklärt scheint, die von den vier Bläsersolisten aber nichtsdestotrotz mit großem Engagement umgesetzt wurde. Vorangestellt hatte man diesem Werk einen von Mozarts ersten Gehversuchen im Bereich der sinfonischen Musik, die Symphonie Es-Dur KV 16. Brüggen schien gerade bei diesem Werk jede Note auf die Goldwaage legen zu wollen und breitete die Feinheiten der Partitur gewissenhaft vor den Ohren der Zuhörer aus. Wobei ihm manches aber auch ein wenig zu breit und schwerfällig geriet, als dass der Funke auf das Publikum wirklich hätte überspringen können.

Besser gelang ihm die abschließende, auch kompositorisch weit ausgereiftere "Jupiter-Symphonie". Bei diesem letzten und wahrscheinlich bedeutendsten Werk des Komponisten in dieser Gattung, konnte Brüggen jedem der thematisch eng miteinander verknüpften Sätze ein eigenes Gesicht verleihen, ohne darüber je den großen Bogen zu vernachlässigen.

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