Suche nach dem Mönch

- Seine Expeditionen führten ihn durch den Himalaya, durch Geröllwüsten und Malaria-Gebiete, durch die fremde Welt eines "verbotenen Königreichs". Der Schweizer Geologe Toni Hagen war 1950 der erste Europäer, der Nepal bereiste. 14 000 Kilometer legten er und seine Träger in neun Jahren zurück. Zu Fuß. Zum Dank für sein Engagement für tibetische Flüchtlinge, schenkte ihm der buddhistische Mönch Chogye Trinchen Rimpoche einen Ring.

<P>Er bat jedoch darum, den Glücksbringer vor seinem Tod wieder zu erhalten. 1999 kehrt der Schweizer mit 84 Jahren zurück und macht sich auf die Suche nach dem Mönch.</P><P>Das ist eine wunderbare Geschichte, ein großartiger Stoff sowohl für einen Dokumentar-, als auch für einen Spielfilm. Doch Regisseur Jochen Breitenstein entschied sich bei "Der Ring des Buddha" für den vermeintlich goldenen Mittelweg. Er begleitete Hagen nach Nepal, um dort aufwändige Spielszenen mit bis zu 500 Statisten zu drehen. Diese rekonstruierten Episoden führen nicht nur zurück in die 50er, wenn Martin Abram in die Rolle des jungen Schweizers schlüpft, sondern auch in das Jahr 1999 mit Hagen als Selbstdarsteller. Dazwischen eingestreut ist authentisches Filmmaterial.</P><P>Statt des dokumentarischen Spielfilms wäre eine Dokumentation die überzeugendere Lösung gewesen. Wenn Abram den jungen Hagen gibt, dann ist das nur halb so spannend wie die Wirklichkeit: Die grobkörnigen Originalaufnahmen aus den 50er-Jahren oder Bilder aus dem heutigen Katmandu, Frauen bei der Reisernte, das an einem Berghang klebende Kloster und das Schlusswort des Dalai Lama - davon und von dem charmanten Erzähler Toni Hagen lebt der Film. (In München: City.)</P><P>Florian Staudt<BR>"Der Ring des Buddha"<BR>mit Toni Hagen, Martin Abram, Sonia Mehta<BR>Regie: Jochen Breitenstein<BR>Annehmbar <BR></P>

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