Amtliche Warnung vor starkem Gewitter über München - Kaltfront zieht auf Oberbayern zu

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Suchtgefahr

- "The beautiful voice" - dagegen ist kein Kraut gewachsen. Zum Glück. Dennoch müssen es nicht immer die Endlos-Aufschwünge von Richard Strauss oder die "Sacred Songs" der neuesten CD sein. René´e Fleming kann auch anders. Beim ausverkauften Liederabend am Sonntag im Münchner Nationaltheater schien sie fast ein wenig gegen das eigene Image anzusingen und siegte problemlos. Denn selbst nach den neueren Klängen, die das Publikum zwar unruhig machten, klatschte es begeistert - the beautiful voice.

Renée Fleming kann es riskieren, ihren Zuhörern mit Zeitgenössischem zu kommen, ihnen einen Todes-verliebten Song vom amerikanischen Landsmann George Crumb zu servieren, der sogar Hartmut Höll in den Flügel greifen und den Saiten sanfte Geräusche entlocken lässt. Auch Alban Bergs Lieder nach Ansichtskartentexten von Peter Altenberg taugen nicht zum einschmeichelnden Hit-Potpourri.

Mit ihrem warmen, weichen, wunderbar runden und bruchlos durch die Register geführten Sopran lässt sie sich musikalisch souverän auf die aphoristischen Gesänge ein. Ausdrucksstark und ohne an Schönklang einzubüßen. Und Hartmut Höll nutzt die Chance zur Eigenständigkeit. Stilgefühl und Geschmack beweist die Fleming in Händel'schen Arien (der Semele, Dalila, Cleopatra aus "Alexander Balus"), edel phrasiert, mit geläufigen Koloraturen, die Stimmungen wie die Farben hurtig wechselnd. Ähnliches gelingt ihr schon eingangs in den kostbaren Purcell-Songs, deren kleinteilige Beweglichkeit und Leichtigkeit sie mühelos aufnimmt, die sie feinfühlend abschattiert.

Vom englischen Barock spannt sie den Bogen bis zu Schumann, dem sie sich schlicht und mit schlanker Tongebung nähert, Vertrautes ("Mondnacht", "Er ist's") mit weniger Gängigem ("Hauptmanns Weib", "Aufträge") mischend. Mit "Stille Tränen" schwingt sich René´e Fleming dann zuletzt auf in Richtung Strauss, der, wie sie charmant bemerkt, in München nicht fehlen darf. Sie verwöhnt ihre süchtigen Zuhörer mit fünf Zugaben-Zuckerln von Strauss, Berg, Previn und Puccini - trogen" angekommen und das Publikum genießt und jubelt.

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