Zur Premiere im Nationaltheater

Summe der Sehnsüchte

Vor 100 Jahren revolutionierte Fokine mit seinen Ballets Russes die klassischen Ausdrucksformen

Original rekonstruiert

Als Chefchoreograph der Ballets Russes kreierte Fokine 1910 „Shéhérazade“. Diese glühende Eifersuchtsintrige um eine Harems-Lieblingsfrau zu Musik von Rimski-Korsakow hat die Enkelin Isabelle Fokine rekonstruiert und im Staatsballett einstudiert. Sinnlich geschwungene Körperlinien (Fokine liebte die S-Kurve der antiken Statuen) und die orientalischen Gewänder und Schleier, realisiert nach Original-Entwürfen, werden im Münchner Nationaltheater die Ära der Ballets Russes beschwören. Von Diaghilews anderer Choreographie-Koryphäe Bronislawa Nijinska, Schwester von Nijinsky, kommt „Les Biches“ (1924) zu Musik von Poulenc zur Aufführung. Dazu die Uraufführung „Once Upon an Ever After“ (Es war einmal in alle Ewigkeit) des Australiers Terence Kohler, ein Streifzug durch Ballette des 19. Jahrhunderts als Summe der Sehnsüchte und Träume dieser Ballettvergangenheit.

von Malve Gradinger

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Gergiev und die Münchner Philharmoniker: Warum Bruckner?
Valery Gergiev und die Münchner Philharmoniker setzen ihren Bruckner-Zyklus mit der Achten fort. Eine Enttäuschung.
Gergiev und die Münchner Philharmoniker: Warum Bruckner?
Christine Nöstlinger ist gestorben
Die österreichische Kinderbuchautorin Christine Nöstlinger ist im Alter von 81 Jahren gestorben. Dies bestätigte am Freitag der Residenz-Verlag in Wien. 
Christine Nöstlinger ist gestorben
Lebensprojekt München: Mariss Jansons bleibt bis 2024
Das ist auch eine kulturpolitische Entscheidung mit Blick auf den Konzertsaal: Mariss Jansons bleibt seinem Orchester ungewöhnlich lang erhalten.
Lebensprojekt München: Mariss Jansons bleibt bis 2024

Kommentare