Zur Premiere im Nationaltheater

Summe der Sehnsüchte

Vor 100 Jahren revolutionierte Fokine mit seinen Ballets Russes die klassischen Ausdrucksformen

Original rekonstruiert

Als Chefchoreograph der Ballets Russes kreierte Fokine 1910 „Shéhérazade“. Diese glühende Eifersuchtsintrige um eine Harems-Lieblingsfrau zu Musik von Rimski-Korsakow hat die Enkelin Isabelle Fokine rekonstruiert und im Staatsballett einstudiert. Sinnlich geschwungene Körperlinien (Fokine liebte die S-Kurve der antiken Statuen) und die orientalischen Gewänder und Schleier, realisiert nach Original-Entwürfen, werden im Münchner Nationaltheater die Ära der Ballets Russes beschwören. Von Diaghilews anderer Choreographie-Koryphäe Bronislawa Nijinska, Schwester von Nijinsky, kommt „Les Biches“ (1924) zu Musik von Poulenc zur Aufführung. Dazu die Uraufführung „Once Upon an Ever After“ (Es war einmal in alle Ewigkeit) des Australiers Terence Kohler, ein Streifzug durch Ballette des 19. Jahrhunderts als Summe der Sehnsüchte und Träume dieser Ballettvergangenheit.

von Malve Gradinger

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Belle and Sebastian: Die Glücklichmacher aus Glasgow
Belle and Sebastian verzaubern München: Beim ausverkauften Konzert der Glücklichmacher aus Glasgow in der Muffathalle galt einmal mehr: „Love is in the Air“.
Belle and Sebastian: Die Glücklichmacher aus Glasgow
Schwere Vorwürfe gegen die Tiroler Festspiele
Den Tiroler Festspielen wird Ausbeutung, Lohndumping und Machtmissbrauch vorgeworfen. Mittlerweile hat Gustav Kuhns Festival Klage erhoben.
Schwere Vorwürfe gegen die Tiroler Festspiele
Martin Grubinger: Mit Musik gegen den braunen Sumpf
Martin Grubinger gastiert beim Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks mit einem Schlagzeugkonzert des Finnen Kalevi Aho. Musikalisches und Politisches fließen da …
Martin Grubinger: Mit Musik gegen den braunen Sumpf
Singspiel am Nockherberg: Warum „Seehofer“ 2019 vielleicht nicht dabei ist
Horst Seehofer gehört beim Singspiel am Nockherberg eigentlich zu den festen Größen. Doch in diesem Jahr könnte sich der langjährige Landesvater von dieser Bühne …
Singspiel am Nockherberg: Warum „Seehofer“ 2019 vielleicht nicht dabei ist

Kommentare