+
Sunrise Avenue (hier Samu Haber) spielte Freitagabend auf dem  Königsplatz.

Stimmgewaltige Finnen

Sunrise Avenue sorgen für Pop-Rock-Party auf dem Königsplatz und machen Fans selig

  • schließen

Am Freitagabend wurde Münchens Innenstadt mit hörbarer Spielfreude auf die finnische Art beschallt - denn die nordische Band Sunrise Avenue brachte den Königsplatz zum Beben. Eine Kritik.

München - Das hat schon was: Die Sonne versinkt golden hinter den Propyläen, begleitet von den hymnischen Pop-Rock-Klängen der Finnen von Sunrise Avenue. Es ist ein bisserl so, als hätte Frontmann Samu Haber das Wetter für Freitagabend bei gnädigen nordischen Göttern bestellt. Aber was ein Nordmann verspricht, das will er auch halten: Der 42-Jährige hatte den Münchnern einen entspannten Abend mit Festivalatmosphäre in Aussicht gestellt, an dem Sunrise Avenue ihre Songs und ihre Fans auf der Bühne unter freiem Himmel feiern wollen.

Die Generalprobe, wenn man so will, ist schon drei Monate her, da testete die Band die Songs des aktuellen Albums „Heartbreak Century“ in der Olyhalle aus. Aber jetzt heißt es: Raus aus der Arena, rauf auf den Königsplatz – sehr viel majestätischer als zwischen Glyptothek und Antikensammlung geht es für den Auftakt zur Open-Air-Tour in München eigentlich nicht.

Das nutzen auch Michael Schulte, der ESC-Vierte, und Tom Beck, den meisten bekannt aus der RTL-Serie „Alarm für Cobra 11“, die den Königsplatz mit schmissigem Gitarrenpop auf den Hauptact einstimmen - und dabei schon eine Menge Münchner Musikliebe abbekommen, mit der das Publikum hier bekanntermaßen auch mal geizt. Das ist an diesem Abend anders: Für Sunrise Avenue freilich ist auf dem gut gefüllten Königsplatz noch genug davon übrig - nicht nur in Form von unzähligen Herzluftballons, die im ersten Wellenbrecher in die Höhe gehalten werden.

Sunrise Avenue spielen einen knackigen, druckvollen Mix

Entsprechend hysterisch umjubelt ist der Einstieg, ein herzliches Wiedersehen in München. Mit „Prisoner in Paradise“ und „I help you hate me“ rocken sich die Finnen stimmgewaltig unterstützt vom Publikum innerhalb von Sekunden in Herzen und Hüften. „I don’t dance“ gilt hier nicht: Auf der Bühne zappelt Samu Hamu mindestens so ausdauernd wie das bunt gemischte Publikum. Sunrise Avenue spielen einen knackigen, druckvollen Mix - vor allem die neuen, aber inzwischen bekannten Songs, aber auch Radiohits wie „Livesaver“ und die Lieder der ersten Alben. Die Innenstadt wird mit hörbarer Spielfreude auf die finnische Art beschallt, und München tanzt und singt dazu.

Das macht Laune, das macht glücklich, das macht auch akustisch was her. Am Freitagabend feiert der Königsplatz eine fröhliche Pop-Rock-Party, die die großen und kleinen Besucher sichtlich selig macht. Ja, Samu Haber hat Wort gehalten. Was ein Nordmann verspricht, das hält er auch!

Was am Wochenende in München sonst so los ist? Das erfahren Sie in unseren Veranstaltungstipps. Und auch im Münchner Umland ist eine Menge los.

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

„Dalibor in Augsburg“: Rebellion im Gegenlicht
Kaum einer hatte dieses effektvolle Stück auf dem Radar. Das Staatstheater Augsburg holt Smetanas „Dalibor“ aus dem Archivkeller - mit großem Erfolg 
„Dalibor in Augsburg“: Rebellion im Gegenlicht
Daniele Rustioni: Von Lyon aus zur Weltkarriere
Mit Boitos „Mefistofele“ startete Daniele Rustioni in seine zweite Saison an der Opéra de Lyon - ein bestechendes Dirigat dieses großen Hoffnungsträgers
Daniele Rustioni: Von Lyon aus zur Weltkarriere
Das Gärtnerplatztheater bohrt bis zum Schmerz
Das Münchner Gärtnerplatztheater startete mit „Dantons Tod“ in die neue Spielzeit. Lesen Sie hier unsere Premierenkritik:
Das Gärtnerplatztheater bohrt bis zum Schmerz
„Söder ist kein Landesvater“
Der Münchner Kabarettist Helmut Schleich analysiert die Ergebnisse der Landtagswahl vom Sonntag  
„Söder ist kein Landesvater“

Kommentare