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Samu Haber, der Sänger von Sunrise Avenue, beim Open Air Konzert am Königsplatz (Archivbild).

Nachtkritik

Sunrise Avenue rocken die Olympiahalle 

München - Noch bevor das erste Lied verklungen ist, hat sich das Konzept der bestuhlten Arena erledigt. Kein Wunder - die ohnehin hymnischen Titel werden von der Band zu Mini-Opern gepimpt. 

Eine Popband, die mit einem 32-köpfigen Orchester auf Tournee geht - das klingt nach solidem Größenwahn. Aber Sunrise Avenue und das Wonderland Orchestra tun in der ausverkauften Münchner Olympiahalle so, als wäre das eine ganz normale Angelegenheit. Als es mit "Wonderland" losgeht, tun die Finnen so, als gingen sie ihrem Alltagsgeschäft nach. 

Noch bevor das erste Lied verklungen ist, hat sich das Konzept der bestuhlten Arena erledigt. Die vielen Minderjährigen im Saal springen auf und tanzen. Manche der begleitenden Erziehungsberechtigten ebenfalls. Das Orchester wird zunehmend dominanter, aber es bleibt tanzbar. Die ohnehin hymnischen Titel werden mit viel Inbrunst zu Mini-Opern gepimpt. Mitunter klingt das durchaus eindrucksvoll. 

Das Werk von Sunrise Avenue hat ohnehin epische Qualitäten. Wie so viele skandinavische Bands pflegen Sunrise Avenue hochmelodischen Pop, der orchestrale Verstärkung gut verträgt. Die Fans springen sofort darauf an und goutieren auch, wenn die Band zwischendrin mit akustischen Stücken ein wenig Luft zum Atmen lässt. Denn so effektiv und eindrucksvoll Sunrise Avenue mit Orchester klingen - man hat irgendwann das Gefühl regelrecht erschlagen zu werden. 

zg

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