Swing-Musik hält jung

- "So eine Standing Ovation ist nicht lebensnotwendig . . . aber es tut doch sehr gut", gestand der sichtlich gerührte Max Greger nach dem tosenden Empfang, den man ihm am Sonntag bei seiner großen Geburtstagsgala in der Münchner Philharmonie bereitet hatte. Der 80. soll es also gewesen sein, der hier gefeiert wurde.

Und wäre da nicht das amtlich mit Brief und Siegel verbürgte Geburtsjahr 1926, man würde es wohl nicht glauben, wenn man den Altmeister des Swing hier wie eh und je über die Bühne fegen sieht. In einer Liga mit Greger spielt in dieser Hinsicht wohl nur einer, nämlich Kollege Hugo Strasser, der das Feld der prominenten Gratulanten anführte.

Bewaffnet mit Saxophon und Klarinette lieferte er sich mit seinem alten Freund und Weggefährten ein leidenschaftliches Duell, bei dem sich die beiden Grandseigneurs gegenseitig zu immer neuen Höhenflügen anstachelten und das Publikum regelrecht zum Toben brachten. Auf die Energie und den schier endlosen Atem dieser beiden, dürfte so manch jüngerer Kollege mit Neid schielen. Dem inzwischen doch leicht in die Jahre gekommenen Elvis-Verschnitt Ted Herold zumindest, der sich noch einmal am einst so skandalösen Hüftschwung versuchte, schien anbetracht dieser Konkurrenz ganz schön die Puste auszugehen. Keine Blöße gaben sich dagegen die quirligen Zick Sisters und die SWR Big Band, die gemeinsam noch einmal die Zeiten eines Glenn Miller oder Duke Ellington heraufbeschworen.

Zusätzliche Unterstützung für Max Greger gab es an diesem Abend aber auch aus den Reihen der eigenen Familie. Nämlich durch Sohn Max Jr., dem das musikalische Talent ebenso im Blut zu liegen scheint wie dem dritten Max im Bunde, Gregers Enkel. Der stand an diesem Abend erstmals mit Vater und Großvater auf der Bühne und durfte sich nicht nur an der Gitarre beweisen, sondern seinem Opa mit Louis Armstrongs "What a wonderful world" auch ein ganz persönliches Ständchen zum Geburtstag bringen. Sohn und Enkel werden Max Greger auch auf seiner Geburtstagstournee begleiten, die neben Zusatzterminen in München noch 14 weitere Stationen umfasst. Denn selbst mit 80 denkt Greger noch lange nicht ans Kürzertreten.

Und warum auch? Schließlich hält Swing-Musik jung. Daran dürfte spätestens nach diesem Abend wohl niemand mehr zweifeln.

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