Symphoniker kämpfen

- Christian Ude, Oberbürgermeister der Stadt München: "Die Münchner Symphoniker sind. . . durch ihr treues Publikum zu einem wichtigen und unverzichtbaren Bestandteil der Münchner Orchesterlandschaft geworden. Diese bewährten Vorzüge der Münchner Symphoniker, ihre große Erfahrung, ihre engagierte, qualitätsbewusste und kontinuierliche Arbeit schaffen zusammen mit der Neustrukturierung auch die besten Voraussetzungen, trotz wirtschaftlicher Zwänge und begrenzter öffentlicher Zuschussmöglichkeiten ihre Zukunft als ein Orchester von gutem Ruf, seltener Flexibilität und hoher künstlerischer Qualität langfristig zu sichern.

<P>Die Musikstadt München, der daran gelegen ist, wünscht den Münchner Symphonikern dazu alles Gute und viel Erfolg."<BR><BR>Glücklicher Sinneswandel beim Stadtoberhaupt, das noch eben öffentlich den Beschluss verteidigte, die Münchner Symphoniker abzuwickeln? Nein. Nur ein Beispiel dafür, dass Politikerworte allzu rasch Schnee von gestern sind. Die hier zitierten Sätze Christian Udes stammen aus dem Jahr 1995. Damals feierte das Orchester - noch unter der Leitung von Dirigent Christoph Stepp - 50. Geburtstag. Die Lobeshymne des OB ist nachzulesen im Jubiläumsbuch.<BR><BR>Heute tönt's anders aus dem Rathaus. Abwickeln, schließen und möglichst mit den Betroffenen nicht darüber reden, das ist die Devise. Doch jetzt sieht sich die Stadt einer Flut von Protestschreiben aus aller Welt gegenüber. Die Briefe, die an Ude adressiert sind, fordern ihn auf, sich für den Weiterbestand des Orchester zu verwenden und damit den Ruf Münchens als Musik- und Kulturstadt ersten Ranges zu wahren. Sie kommen von Klangkörpern u. a. aus Berlin, Leipzig, Stuttgart, Dresden, Suhl, Rostock, Meiningen, aus Südafrika, Israel, Finnland usw. Und auch aus der Bayerischen Staatsoper.<BR><BR>Die Musiker sind zu persönlichen Einbußen bereit</P><P>Am kommenden Mittwoch will der Münchner Stadtrat über Kürzungen im Kulturhaushalt entscheiden. Damit also über das Schicksal der 65 Musiker des Orchesters, das bislang zu einem Drittel (1, 4 Millionen Euro) von der Stadt subventioniert wurde. Das zweite Drittel kommt vom Freistaat, das dritte erspielen sie selbst - bei 90-prozentiger Auslastung der großen Konzertsäle Philharmonie und Prinzregententheater. <BR><BR>In einem Brief an Christian Ude haben die Symphoniker ihre Bereitschaft bekundet, den Sparzwängen der Stadt so weit wie möglich Rechnung zu tragen. Die Musiker sind bereit zu persönlichen Einbußen. Auch ein maßvoller Stellenabbau sei denkbar: "Alle diese Aktivitäten haben aber nur Sinn, wenn die Stadt München weiter im Boot bleibt."<BR><BR>Der Freistaat könnte nämlich nur über ein Aufstocken seines Zuschusses wirksam nachdenken, wenn die Stadt mit einem Sockelbetrag von mindestens 700 000 Euro dabei bliebe:<BR><BR>Lesen Sie hierzu den Kommentar: Solidarität - eine schöne Sache</P>

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