Peter Maffays Projekt

„Tabaluga – Die Zeichen der Zeit“: Merkur-Kritik

München - „Tabaluga – Die Zeichen der Zeit“, das Projekt von Peter Maffay, hat in der Münchner Olympiahalle Premiere gefeiert. Lesen Sie hier die Kritik.

Von Kindertheater ist das eigentlich nicht. Oder sagen wir: nur teilweise. Im fünften Abenteuer von Tabaluga, „Die Zeichen der Zeit“, lässt Peter Maffay seinen kleinen grünen Drachen über die letzten Dinge des Lebens sinnieren, und das beinhaltet durchaus auch Themen, über die man sich weniger gerne unterhält, schon gar nicht mit Kindern. Maffay mutet dem jungen Publikum und deren Eltern einiges zu, aber das macht ja den Charme dieses Abends in der ausverkauften Münchner Olympiahalle aus.

Anders als viele andere Kinderformate begnügt sich Maffay nicht mit harmloser Bespaßung, sondern widmet sich gleichermaßen ernsthaft wie professionell der Herausforderung, Alt und Jung gleichermaßen zu unterhalten. Und das gelingt über weite Strecken bemerkenswert gut, nicht zuletzt, weil Maffay musikalisch ein weites Terrain absteckt. Wenn der Tod als „gutgelaunter Fremder“ wie ein klassisches Varieté-Stück daherkommt, überrascht gleich darauf „Time Is Money“ als harte, treibende Ska-Nummer, und später gibt es auch Reggae-Rhythmen und orientalische Klänge.

Nach der Pause zerfasert das Konzept allerdings und hat Längen. Die zuvor stringent aufgeführte Moritat mutiert zu einer bunten Nummern-Revue, und nicht wenige der jüngsten Fans schlummern da längst selig in den Armen der Eltern. Damit verpassen sie wenigstens Uwe Ochsenknechts Auftritt als Haremsdame, der die Geschichte, um es mal so zu sagen, weder dramaturgisch, noch optisch wirklich bereichert. Die namhaften Gaststars, die bei dem ambitionierten Projekt mitwirken, Tim Bendzko etwa, Sasha oder Laith al Deen, sind in München ohnehin nicht dabei gewesen.

Insgesamt ein würdiger Abschluss der Tabaluga-Saga, und wenn man schon etwas bemängelt, dann, dass die Inszenierung von Rufus Beck nicht immer vorteilhaft mit der Geschichte und der Musik korrespondiert – aber das kann man hinnehmen an so einem Abend.

Zoran Gojic

Rubriklistenbild: © Dorothee Falke

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