Tätiger Bürgerstolz

- "Idomeneo". 1781 wurde die Mozart-Oper in Münchens Residenztheater, das man heute Cuvilliéstheater nennt (offiziell Altes Residenztheater), uraufgeführt. Am 14. Juni 2008 wird das zierliche höfische Schatzkästchen nach einer gründlichen technischen Sanierung mit jenem Werk unter der musikalischen Leitung von Kent Nagano (Regisseur steht noch nicht fest) wieder geöffnet. Das Bürger-Engagement, das sich im vor gut einem Jahr gegründeten Comité Cuvilliés (CC) manifestiert, hat die schnelle Renovierung ermöglicht - und legitimiert. Maßgeblich beteiligt an dieser Initiative sind diese Zeitung und ihr Verleger Dirk Ippen, die eine Tradition fortführen. Schon für den Wiederaufbau nach dem Krieg hatte man sich energisch eingesetzt.

22 Millionen Euro sind für die Baumaßnahme - sie läuft seit 2.11. - veranschlagt; zehn Prozent wollte das CC sammeln. "Wir sind dem Ziel sehr, sehr nahe", strahlt Roland Berger, Vorsitzender des Comité´s - und strebt sogleich "zehn Prozent +" an. Deswegen werden zum Beispiel am Samstag, 12. November, von 10 bis 14 Uhr, auf der Bühne des bezaubernden Rokokotheaters die alten Klappsessel, jeweils drei für nur 150 Euro (15 Euro Lieferung nach Hause), verkauft.

Theatersessel zu verkaufen

Nach wie vor sammeln viele Künstler mit Benefiz-Aktionen Geld für den Traum in Rot und Gold, der übrigens fein gereinigt und aufpoliert wird. So wird am  15.  Dezember  Michael  Heltau  im Prinzregententheater bei einer Gala lesen und Pianistin Elisabeth Leonskaja musizieren. Und im kommenden Jahr steht eine Matinee im - großen - Residenztheater an: mit der Biermösl Blosn und Gerhard Polt.

Und weil alles so gut läuft, das Vorhaben nicht nur von geldigen Münchnern, Firmen, Kulturstiftungen und den diversen Vereinen der Theater-Freunde getragen wird, sondern von zahllosen Bürgern, kann Finanzminister Kurt Faltlhauser ein weiteres Schmankerl ankündigen. Der kleine, lauschige Zierhof im Cuvillié´stheater-Bereich, den die Zuschauer immer sehnsüchtig beäugten, aber nicht betreten durften, wird eine kleine Attraktion. Er wird nicht nur hergerichtet, sondern von einer Glaskuppel überdacht (1,5 Millionen Euro). Dadurch entsteht ein ganz besonderes Foyer und zugleich ein schöner, praktischer Raum für Empfänge, der die empfindlichen historischen Örtlichkeiten der Residenz, wie etwa den Kaisersaal, entlastet.

Spenden: HypoVereinsbank, Konto 52 028 000, BLZ 700 202 70.

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