+
„Ein Sommernachtstraum“ von John Neumeier bleibt im Ballett-Repertoire.

Tanz ist etwas für die Beine und den Kopf

München - Uraufführungen und Rekonstruktionen: Das sind die Pläne des Bayerischen Staatsballetts für die Festwoche im April und die Saison 2014/2015.

Die gute Mischung von Klassik und Moderne beim Bayerischen Staatsballett kommt an: Eine Platzausnutzung von 93 Prozent verzeichnet die vergangene Saison im Münchner Nationaltheater, und unter den Besuchern waren 10 000 Schüler und Studenten. Ivan Liška und sein Team stellten die kommende Ballettfestwoche (4. Bis 13. April) vor und die Saison 2014/2015. Das Thema vom vorigen Jahr, „Tanzland Deutschland“, erweist sich als so ergiebig, dass es weitergeführt wird – und das hoch ambitioniert. Immer tiefer steigt man in München auch wissenschaftlich in die Wurzeln des Tanzes ein und präsentiert ihn im Spiegel der anderen Künste, vor allem der bildenden.

Ein Abend mit drei Uraufführungen macht den Festwochen-Auftakt (4. 4.). Unter dem Titel „Der gelbe Klang“ (nach Wassily Kandinsky) erarbeitet Michael Simon zu Musik von Frank Zappa ein tänzerisches Bildertheater. Am gleichen Abend: „Konzert für Violine und Orchester“, eine Choreographie von Aszure Barton auf Mason Bates Konzert und „Spiral Pathes“ von Russell Maliphant zu Musik von Mukul. Das jährliche Gastspiel am 8. und 9. April gilt Sasha Waltz & Guests mit „Dido und Aeneas“ (Henry Purcell). Nach den Repertoire-Stücken „La Bayadère“, „Helden“, „Ein Sommernachtstraum“ und „Forever Young“ ist am 13. 4. die Bosl-Matinée mit der Junior Company dran, die neben drei Uraufführungen auch schon Ausschnitte des „Triadischen Balletts“ von Oskar Schlemmer in Gerhard Bohners Choreographie als Voraufführung zeigt. Dessen eigentliche Premiere ist dann am 4. Juni in der Reithalle. Liška vertraut den jungen Tänzern dieses wichtige Ballett an – ein Zeichen, wie gut das Staatsballett II eingeschlagen hat. Siebzehn junge Tänzerinnen und Tänzer sind inzwischen schon in der „großen“ Company gelandet.

Zwei abendfüllende Uraufführungen bestimmen die Saison 2014/15: am 13. Dezember „Paquita“ und am 18. April während der Ballettfestwoche 2015 ein Stück des Amerikaners Richard Siegal, der aus dem Umfeld von William Forsythe kommt (s. Kasten). Am 10. Juli 2015 ist im Prinzregententheater eine Rarität zu entdecken: Strawinskys „Sacre du printemps“ in der rekonstruierten Choreographie der Ausdruckstänzerin Mary Wigman. Zu allem gibt es Vorträge, Diskussionen, Jugendprogramme, sogar einen Gottesdienst mit Tanz: München legt Wert darauf, dass Tanz nicht nur was für die Beine, sondern auch für den Kopf ist.

Beate Kayser

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Zum Tod von Jerry Lewis: Amerikas trauriger Clown
Zeit seines Lebens hat Jerry Lewis die Menschen zum Lachen gebracht. Diese Fähigkeit schien ihm angeboren zu sein. Dabei durchlebt auch der Komiker schwarze Stunden.
Zum Tod von Jerry Lewis: Amerikas trauriger Clown
Albträume im La-Le-Lulu-Land
Die griechische Filmemacherin Athina Rachel Tsangari hat zum ersten Mal am Theater gearbeitet und für die Salzburger Festspiele in Hallein Frank Wedekinds „Lulu“ …
Albträume im La-Le-Lulu-Land
Arena di Verona: Auferstehen aus Ruinen
Die Arena di Verona kämpft mit Affären und Finanznot. Hilfe verspricht man sich von einem Sanierungsplan - und einer Uralt-„Aida“.
Arena di Verona: Auferstehen aus Ruinen
„Ein Hoch auf uns – Warum?“
Er ist Kapitän der Rockband Eisbrecher, deren neues Album „Sturmfahrt“ jetzt erscheint. Wir sprachen mit Alexander Wesselsky über die neue Platte, billiges Fleisch und …
„Ein Hoch auf uns – Warum?“

Kommentare