Tanz-Duett mit dem Schatten

- "Musica Scriptophonica", "Zeitschleifen", "Katalanische Vermutung" - Titel, die anmachen. In Zusammenarbeit mit der Münchner Hochschule für Musik und Theater präsentiert die Echtzeithalle e. V. noch bis zum Wochenende eine Performance-Reihe im Carl Orff Auditorium und Reaktorhalle (Luisenstraße 37 a). Den Auftakt machte "Regenreden" von Klang- und Lichtkünstler Dieter Trüstedt mit Jessica Billeter.

<P> Sie war schon als ausdrucksstarke Tänzerin im Ballett Nürnberg aufgefallen. Jetzt schlägt die 35-Jährige eigene Wege ein. Die Chancen stehen nicht schlecht bei solch subtiler Zusammenarbeit.</P><P> Aus den Ecken surrt, pfeift und ploppt es, Töne leuchten auf, wandern vorbei, verschwinden, wie die auf Großleinwand projizierten Formen, die chamäleonartig mehrmals die Farbe wechseln, bevor sie von neuen abstrahierten Wasserschlieren, Gesteinsstrukturen, lodernden Gebilden ersetzt werden. Trüstedt, seitlich als Computer-und-Mischpult-Regisseur, löst die Hörsaalstrenge bild-klanglich auf, sichert Billeter einen unsentimental poetischen Raum - in den sie, federleichte Tänzerin, ihre Bewegungskalligraphie einschreibt. Dabei auch mit den Lichtspuren verschmilzt oder Synchron-Duette mit ihrem Leinwandschatten tanzt. <BR><BR>Als eine aus der Tanztheatergeneration will Billeter immer auch Sprachkörper sein. Und mit ihrer dringlich von innen, in Wort- und Zahlen-Litaneien strömenden Stimme erzählt sie von der Unbegreiflichkeit des Lebensabschieds und jeder scheinbar nichtigen und doch so voll gelebten Sekunde.<BR> <BR>23., 25. 10. "Schattentanz"; Karten: 089/ 272 18 56.<BR></P>

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