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Eine kindgerechte Einführung gab es von Rotraut Arnold zu Beginn der Veranstaltung. Während der Aufführung wurden bunte Bilder auf den Bühnenhintergrund projiziert.

Tanzende Elefanten und singende Fische

„Der Karneval der Tiere“ am Cuvilliéstheater

München - Grazile Elefanten, brüllende Löwen, singende Fische und springende Esel – alle waren sie am Mittwoch im Münchner Cuvilliéstheater zu Gast, zumindest instrumental.

Mit „Der Karneval der Tiere“ startete dort das Kinderprogramm des neuen Teams des Staatstheaters am Gärtnerplatz.

Die Besetzung

Dirigent: Oleg Ptashnikov. Sprecher: Michael von Au. Einführung: Rotraut Arnold. Ensemble: Orchester des Staatstheaters am Gärtnerplatz Klavier: Liviu Petcu, Anke Schwabe.

Eine „große zoologische Fantasie zum Hören und Staunen“ kündigte Rotraut Arnold in ihrer Moderation an, mit der sie kindgerecht in das wohl bekannteste Werk Camille Saint-Saëns’ einführte. „Wart ihr schon einmal auf einer Faschingsveranstaltung?“, fragte sie die Mädchen und Buben. Denn genauso müsse man sich das Stück vorstellen. Der Komponist habe die Instrumente als Tiere verkleidet – die Klarinette als Kuckuck, Hühner und Esel als Violinen, und das Xylophon ließ die klappernden Knochen der Fossilien erklingen.

Die Musiker des Gärtnerplatzorchesters spielten zur Einführung vorab einige der Stücke an und gewöhnten die Kinder schon einmal an die Darstellungsform. „Habt ihr die Hühner gackern hören?“, fragte Arnold – ja, das hatten sie, und das Konzert konnte beginnen.

Zur Erläuterung der einzelnen Titel hatte man sich für den Text von Loriot entschieden. Schauspieler und Theaterpreisträger unserer Zeitung, Michael von Au, agierte dabei als Sprecher. Mit wechselnden Stimmen, mal als lispelnder Mehlwurm, mal als aufgeregter Fuchs schilderte er dem jungen Publikum die Szenerie im Dschungel. Beispielsweise wie der Mehlwurm den Schildkröten nach dem Cancan in Zeitlupentempo Kusshändchen zuwirft, oder die Kängurus Erfrischungen reichen.

Zu den Klängen des Kontrabasses schwingt sich dann eine imaginäre Elefantendame auf das Tanzparkett, den Eselsschrei bringen die Musiker mit Violinen auf die Bühne. Auch die Vorstellung, wie die Fische im Aquarium während des Singens zu lächeln versuchen, zeichnet dem einen oder anderen jungen Zuschauer ein Schmunzeln aufs Gesicht.

Laute Lacher gab es allerdings meist nicht wegen des Textes, sondern aufgrund der bunten Bilder, die auf den schwarzen Bühnenhintergrund projiziert wurden. Gitarre spielende Esel, Kängurus am Klavier und farbenfrohe Kolibris schmückten die Leinwand. Das Theater hatte im Vorfeld Schulen aus München und dem Umkreis dazu aufgerufen, passende Bilder zu schicken. Die besten sind nun Teil der Inszenierung, was die Kinder jedoch oft von der Musik ablenkte.

Mucksmäuschenstill wurde es beim „Auftritt“ des Schwans. Nicht nur das stimmungsvolle Bild, auch der volle Klang des Violoncellos machten selbst bei den Kindern Eindruck. Offensichtlich genossen aber auch die Ensemblemitglieder die Veranstaltung und waren neben dem Musizieren zu Späßen aufgelegt. Beim Kuckucksruf ging die Klarinettistin durch die Reihen ihrer Kollegen und erschreckte sie. Das mitreißende Finale, in dem die Tiere noch einmal gemeinsam auftreten, ermutigte die Mädchen und Buben dann sogar zu Zugabeforderungen.

Andrea Steiler

Vorstellungen am 15. November (10.30 und 12 Uhr), 16. November (10.30 Uhr) und 17. November (18 Uhr). Karten unter Telefon 089/21 85 19 60.

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