Tanz-Metropol.e zeigt junge Choreographen

- Gerade wird im relativ kleinen französischen Aix en Provence ein Fünfmillionen-Euro-Luxusbau für Angelin Preljocajs Centre Choréographique hingestellt (Eröffnung 2005). In der Weltstadt-mit-Herz München muss man froh sein für eine bescheidene Leih-Spielstätte wie das Metropol Theater. Auftakt der vierten Runde von Tanz-Metropol.e (bis 2. 10. noch neun Choreographen) machten Katja Wachter, Ramses Sigl und Michael Schmieder.

Dramaturgie und Schrittmaterial sind bei Schmieder _ choreographisch der jüngste an diesem Abend - noch ziemlich roh zugeschnitten. Aber der Mann hat einen theatralen Humor, könnte im Theater und Musical einmal seinen Weg machen. In seinem "TischTanz" zetteln er, Anna Holter und Sabine Karb max-und-moritzsche Streiche an, während Ramses Sigl unterm Tisch, zwischen Malstiften und Edel-Ghettoblaster, den wunderbar komisch versponnenen Außenseiter gibt.<BR><BR>Sigl dann ernsthafter in seinem eigenen Stück "Miteinander Auseinander": einem logisch gebauten Beziehungs-Duo rund um zwei weit in den Raum hinein bewegte Stühle, die mit langem, elastischem Band "aneinander" gefesselt sind. Präsente Tanz- und Stimm-Partnerin ist Musicalstudentin Lucca Züchner von der Theaterakademie.<BR><BR>Den großen zeitgenössischen Duktus liefert Katja Wachter in "Object to be destroyed", meisterhaft in der erfinderischen Bewegungsbrechung und -Komposition. Aber nur dann, wenn ihre starke künstlerische Persönlichkeit die Bewegung füllt, geht das an uns ran. Zwischen romantisch tänzelnder oder geräuschig verzerrter Klassik insgesamt nicht viel Musik-Fantasie - wegen Null-Budget?<BR><P>Infos: Tel. 089/  32 19 55 33.</P>

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