Bluttat: Mehrere Menschen in Finnland niedergestochen

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Gespannt sind oft nur die Gummischnüre, zwischen denen sich Shin Lee und Gabriele Graf (li.) in den Aristophanes-Szenen winden. Hinten im Bild: Stefan Lehnen.

Vielversprechend: "Laputa Nova" im Teamtheater

München - Das Teamtheater verspricht kraftvolles Bildertheater für die Münchner Kulturlandschaft. Mit der Performance "Laputa Nova" verlief der Start aber eher schleppend.

Der neue Pfad ist vielversprechend, den das Teamtheater Tankstelle mit seiner neuen Produktion "Laputa Nova" beschreitet. Eher schleppend aber verlief der Start einer lockeren Performance-Reihe mit dieser Inszenierung in dem sonst eher auf intensives Schauspiel und zeitgenössische Dramatik spezialisierten Haus. Am heutigen Mittwoch, 20 Uhr, ist das Stück zum ersten Mal seit seiner Premiere am Freitag wieder zu sehen.

In ruhigen, oft wunderschönen Bildern, schlagen drei Schauspieler und ein Tänzer einen Spannungsbogen zwischen archaischer Brutalität und dem Weg zu modernen Utopien. So zumindest das Konzept von Regisseurin Alexia Herrmann. Als Material dienen dem Ensemble antike Mythen, Visionen einer besseren Welt des amerikanischen Erfinders Richard Buckminster Fuller und das Satirestück "Die Vögel" des griechischen Komödiendichters Aristophanes.

Nur leider transportiert die Inszenierung sehr wenig von diesem Spannungsbogen ins Auditorium. Gespannt sind oft nur die Gummischnüre, zwischen denen sich Shin Lee und Gabriele Graf in den Aristophanes-Szenen winden. Zwei Athener, die genervt aus ihrer Stadt fortziehen und den Vögeln beibringen, wie sie ihre Hoheit über den Himmel nutzen können, um sowohl Menschen als auch Götter zu erpressen.

Einer von vielen möglichen Versuchen, Utopien zu leben. Die anderen aber verstecken sich in bloßen Andeutungen, die sich fast nur demjenigen erschließen, der vor der Aufführung das Konzept auf dem Programmheft studiert hat. Schwarz-weiß Fotos sind auf weiße Leinwände zu beiden Seiten der Bühne projiziert. Fotos, die Konstruktionen von Richard Buckminster Fuller zeigen. Riesige Drahtkonstruktionen und Gewölbe, die an Biosphären-Kuppeln erinnern. Doch damit lässt die Inzenierung ihre Zuschauer allein.

Ob Gummischnüre oder verträumte Tänze - die Zeichen stehen nebeneinander, sie verbinden sich zu keiner eigenen Bildersprache. Das wäre nötig, damit man einen Zugang zu ihnen entwickeln kann - und ist auch ohne Holzhammer und moralischen Zeigefinger möglich.

Wie es geht, zeigt schon am Anfang Tänzer Peter McCoy, wenn er wie ein Urmensch in eine Drahtkugel hineinkriech, die nicht nur an die Gestelle auf den Schwarz-Weiß-Fotos erinnert. Nein, die auch wie eine simple Polygon-Grafik früher Computer-Simulationen aussieht. Eine Form, aus der sich alle möglichen Dinge - Utopien -schaffen lassen. Wie McCoy sich windet, mit der Kugel kämpft, bis er allmählich eins mit ihr wird. Hier wird der Weg von archaischen Instinkten zu modernen Utopien begreifbar, mit denen wir erst lernen müssen umzugehen. Und trotzdem lässt das Bild Spielraum für Interpretationen.

Wenn das Teamtheater hier ansetzt, kann es die Münchner Theaterlandschaft mit seiner Performance-Schiene enorm bereichern. Mit einem kraftvollen Bildertheater, das im Herzen der Stadt die Strömungen unserer Zeit kritisch und kreativ begleitet.

Kolja Kröger

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