Mit technischer Raffinesse

- Ein bisschen Stolz darf sein . . . Denn dass es sich die Stadt München trotz extrem angespannter Haushaltslage geleistet hat, die Sanierung des Filmmuseums am St.-Jakobs-Platz in Angriff zu nehmen, ist ein mehr als erfreulicher Aspekt. Diesen Erfolg können sich in erster Linie die Cineasten und Förderer sowie Filmmuseumschef Stefan Drößler auf ihre Fahnen schreiben. Denn mit der durch Spenden finanzierten neuen Bestuhlung des Kinos übten sie sozusagen moralischen Druck aus auf die Stadt.

<P> Und Kulturreferentin Lydia Hartl hat hier mit der Durchsetzung des Sanierungs-Projekts eine Menge Punkte gesammelt. Natürlich im Verein mit Baureferent Horst Haffner, der bekannte: "Unter den vielen Projekten, die wir im Baureferat abzuwickeln haben, sind uns die aus dem Bereich Kultur die liebsten."<BR><BR>Über fünf Monate war das Filmmuseum geschlossen. Jetzt ist der erste Bauabschnitt fertig gestellt, Zeit- und Finanzrahmen (1, 1 Millionen Euro von insgesamt 1, 65 Millionen Euro) wurden eingehalten, am 10. März erfolgt die offizielle Wiedereröffnung: mit der ungekürzten Fassung von "Playtime" ("Tatis herrliche Zeiten"), dem letzten Film des großen Jacques Tati. Besuchen allerdings kann man das Filmmuseums-Kino bereits ab 7. März, wenn die Filmreihe mit Oskar Werner startet.<BR><BR>Was nun ist neu am alten Museum, das in diesem Jahr sein 40-jähriges Jubiläum feiert? Zunächst am augenfälligsten: die Schaukästen im in freundlichem Rot gehaltenen Eingangsbereich zum Kino. Raum also für Ausstellungen. Aktuell werden hier Fotos gezeigt aus Filmen von Friedrich Wilhelm Murnau, dem die erste große Retrospektive nach der Wiedereröffnung gewidmet ist (Start: 7. März).<BR><BR>Die eigentlichen Baumaßnahmen sind äußerlich eher unauffällig, dafür aber spürbar: Die Akustik wurde deutlich verbessert, der Brandschutz entspricht den neuesten Anforderungen, es gibt eine komfortable Schwerhörigenanlage, die Lüftung wurde überarbeitet, die Mikrofonanlage ermöglicht technisch reibungslose Diskussionsveranstaltungen. Optisch konzentriert sich alles auf die Leinwand, die den unterschiedlichsten Formaten angepasst werden kann. Neu ist auch eine elektronische Anlage für Untertitelung. Wichtig ist Museumschef Drößler, nicht nur die alte Filmgeschichte zu zeigen. "Wir können jetzt auch neue digitale Formate vorstellen. Unser Vorführraum wird immer komplizierter, weil er die alten wie auch die neuesten technischen Raffinessen zu bieten hat."<BR><BR>Es wird aber noch weiter gebaut. Von März bis Juni 2003 ist der Verwaltungsbereich dran. Und bis zum Mai 2003 soll das neue, mit einem Kühlsystem ausgestattete Filmlager fertiggestellt sein.<BR><BR>Aufgrund eines verringerten Etats bleibt das Filmmuseum montags ohne Programm, und auch auf die Samstags-Spätvorstellung muss leider verzichtet werden </P>Infos: <BR>089/ 233 241 50 <BR>@ www.stadtmuseum-online.de

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