Terrakotta-Krieger in Hamburg nur Kopien

Hamburg - In der Auseinandersetzung um die Echtheit von mehreren vermeintlich 2000 Jahre alten Terrakotta-Figuren aus China haben die Verantwortlichen jetzt zugegeben, dass die Figuren im Hamburger Völkerkundemuseum nur Kopien sind.

Ein Sprecher der Leipziger Ausstellungsfirma Center of Chinese Arts and Culture (CCAC), von der die acht Figuren stammen, bestätigte in den ARD-"Tagesthemen", dass es sich bei den Exponaten nicht um Originale handelt. Zuvor hatten bereits chinesische Behörden erklärt, es gebe keine echten Tonkrieger-Figuren in Hamburg.

CCAC-Sprecher Yolna Grimm sagte den "Tagesthemen": "Zunächst muss man sagen, dass das Material Ton in der damaligen Zeit verwendet wurde. Dann kann man sagen, dass diese Figuren lebensgroß wie die Originale in Xi'an sind." Dann schränkte Grimm jedoch ein: "Originale sind es jedenfalls nicht." Das Unternehmen hatte bereits 2005 eine Schau mit Terrakotta-Kriegern in Leipzig organisiert. Dem Hamburger Völkerkundemuseum waren nach Angaben von Direktor Wulf Köpke die Exponate jedoch als echt angeboten worden. "Die CCAC hat uns Echtheitszertifikate vorgelegt, aber keine Transportpapiere", sagte Köpke.

In der Hamburger Ausstellung weist seit Dienstag bereits ein Schild darauf hin, dass es sich "bei einigen oder allen der in der Ausstellung als authentisch ausgewiesenen Objekte um Kopien handeln könnte". Die echte Terrakotta-Armee mit mehreren tausend Kriegern ist in der Provinz der alten chinesischen Kaiserstadt Xi'an zu sehen.

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