Texas Lightning singen für Deutschland beim Grand Prix

- Hamburg - Texas Lightning singen für Deutschland beim Grand-Prix-Finale. Die Country-Band um den Komiker Olli Dittrich gewann am Donnerstagabend in Hamburg den deutschen Vorentscheid.

Mit dem fetzigen Lied "No No Never" setzten sich die vier Musiker und ihre Sängerin Jane Comerford gegen die Balladen ihrer Konkurrenten Vicky Leandros und Thomas Anders durch. Die Gruppe wird nun am 20. Mai beim Eurovision Song Contest in Athen die deutschen Farben vertreten.

Texas Lightning interpretieren sonst Pop- und Rock-Klassiker im Country-Gewand - immer mit einem Augenzwinkern. Für den Grand Prix mussten sie aber ein eigenes Lied präsentieren. Mit ihrem Country- Tanzsong "No No Never" überzeugten sie die Fernsehzuschauer, die per Telefonabstimmung den deutschen Vertreter wählten.

Moderator Thomas Hermanns, ein langjähriger Grand-Prix-Fan und -Fachmann, führte souverän durch die 90-minütige Show, die immer wieder von Beifallsstürmen der 800 Zuschauer im Hamburger Schauspielhaus begleitet wurde.

Die drei Kandidaten präsentierten sich allesamt in guter Form und gaben sich weder stimmlich noch vom Auftreten her eine Blöße - ein deutlicher Unterschied zu früheren Vorentscheiden, bei denen Vertreter der Spaßfraktion wie Big-Brother-Kandidat Zlatko oder Modemacher Rudolph Moshammer durch wenig stimmliche Begabung aufgefallen waren.

"Grande Dame" Leandros trat zu ihrer Ballade "Don't Break My Heart" im roten Abendkleid mit hohem Beinschlitz auf die Bühne, Texas Lightning sangen vor erleuchteten Plastik-Kakteen ihr Siegerlied, und Ex-Modern-Talking-Sänger Anders saß zu seiner Hymne "Songs That Live Forever" am weißen Klavier - dabei meisterte er souverän eine technische Panne zu Beginn seines Auftritts: Als der Strom ausblieb, musste er drei Mal ansetzen, bis es endlich klappte.

Neben dem Wettbewerbssong präsentierten die Konkurrenten auch jeweils eine Coverversion eines alten Grand-Prix-Titels. Leandros, die bereits zwei Mal für Luxemburg beim Grand Prix dabei war, hatte sich für ihren Siegertitel von 1972, "Aprés toi", entschieden, Texas Lightning für ABBAs "Waterloo" (1974) und Anders für Domenico Mudugnos "Volare" (1958).

Die ARD feierte an diesem Abend auch "50 Jahre Grand Prix" mit einer Reihe ehemaliger Gewinner wie Brotherhood of Man, Dana International oder den Olsen Brothers. Zu Beginn traten zudem frühere deutsche Grand-Prix-Kandidaten wie Michelle, Corinna May oder Joy Fleming auf, die ein Medley ihrer Wettbewerbssongs sangen - nicht unbedingt der beste Part der Sendung. Schlagersängerin Nicole, die 1982 mit "Ein bißchen Frieden" den bislang einzigen deutschen Sieg geholt hatte, war der Einladung nach Hamburg nicht gefolgt.

Gespannt dürfte der zuständige Norddeutsche Rundfunk (NDR) auf die Einschaltquoten warten, die erst an diesem Freitag bekannt werden: Nach dem Einbruch im Vorjahr auf 3,56 Millionen Zuschauer (Marktanteil: 11,2 Prozent) und Gracias letztem Platz im Finale hatten die Veranstalter ihr Konzept geändert und auf nur drei Konkurrenten im Wettbewerb gesetzt. Damit sollten mindestens 15 Prozent Marktanteil erreicht werden, meinte NDR-Unterhaltungschef Jan Schulte-Kellinghaus vor der Sendung und setzte sich damit selbst ein hoch gestecktes Ziel.

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

„Kulturzeit will helfen, die Welt zu mögen“
Zuschauer des BR-Fernsehens kennen Vivian Perkovic von den Sendungen „Jetzt mal ehrlich“, „Puls“ und „on3-Südwild“. Seit einem Jahr ist die 39-Jährige, die etwa auch …
„Kulturzeit will helfen, die Welt zu mögen“
Dolores O’Riordan – die Frau mit der Monsterstimme
„Zombie“ war der größte Hit der Band The Cranberries. Völlig überraschend ist Sängerin Dolores O’Riordan jetzt mit 46 Jahren gestorben. Unser Nachruf: 
Dolores O’Riordan – die Frau mit der Monsterstimme
Unterwegs mit einem Flötisten der Münchner Philharmoniker
Wie ein normaler Arbeitstag bei den „Philis“ aussieht, verrät der Soloflötist Herman van Kogelenberg (38). Wir begleiteten ihn von der Probe am Samstag bis zum Konzert …
Unterwegs mit einem Flötisten der Münchner Philharmoniker
Nikolaus Habjan lässt die Puppen lieben
Er ist der „Master of Puppets“ des deutschsprachigen Theaters. Jetzt hat Nikolaus Habjan fürs Münchner Residenztheater „Der Streit“ von Marivaux inszeniert. Lesen Sie …
Nikolaus Habjan lässt die Puppen lieben

Kommentare