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Judith van Hel (links) und Debbie Schippers waren bei der Show dabei, Chris Schummert (rechts) und Andreas Kümmert fehlten leider krankheitsbedingt.

Konzertkritik

So war die "The Voice"-Show in der Oly-Halle

München - Zum Abschluss ihrer Live-Tour durch Deutschland durften acht Teilnehmer der jüngsten „The Voice Of Germany“-Staffel noch einmal das große Rampenlicht genießen. Zum letzten Mal vielleicht?

In der nur halbvollen Halle lieferten die Schützlinge von Nena & Co. eine unterhaltsame Show ab – auch wenn Sänger Nico Gomez reichlich übertrieb, als er in korrektem Bohlendeutsch jubelte: „Hammermäßig krassgeil!“ Doch nett war’s allemal, aber auch sentimental. Tränen flossen, den Casting-Sternchen war die Sorge anzumerken: Stehen wir jemals wieder auf so einer Bühne?

Dabei fehlten leider die beiden interessantesten Sänger. Die vollkörpertätowierte Finalistin Judith van Hel musste, quasi als Judith van Hiob, die traurige Botschaft überbringen: Sieger Andreas Kümmert, der tatsächlich überragende „Rocket Man“ der letzten Staffel, ist wieder krank. Und auch der Zweitplatzierte Chris Schummert, der Mann mit dem Johnny-Cash-Brummbass, lag flach. Die Fans nahmen es erstaunlich gelassen, dass hier die Taktik der Veranstalter, die Truppe gleich nach Weihnachten durch ganz Deutschland zu treiben, ihren Tribut forderte. Doch wer interessiert sich im Februar noch für Castingsänger aus dem Jahr 2013?

Die, die da waren, zeigten, was sie können. Die niedliche 17-Jährige Debbie Schippers sprang auch live wie ein Flummi über die Bühne und glänzte mit ihrer feinen Single „Skin And Bones“, die gleich fünf erfahrene Songschreiber für sie gezimmert haben. Die wilde Judith füllte die Bühne beinahe alleine, und der kleene blonde Peer Richter verzückte die 11-Jährigen Mädels.

Meist gab’s Coverversionen zu hören, live gespieltes Formatradio eben, von Adele über Lenny Kravitz bis Pink. Ein musikalischer Durchlaufer-Hits-er. Und das bleibt die Krux solcher Castingshows: „Rolling In The Deep“ hübsch nachsingen zu können, macht einen noch lange nicht zum Popstar, zum ernsthaften Musiker. Den talentierten „Voice“-Sternchen ist zu wünschen: Alles auf Null, setzt euch auf den Hosenboden, schreibt eigene Songs, übt, bis euch die Finger bluten – und spielt beim nächsten München-Konzert im kleinen Club, erobert dort eure Fans. So wie sich das gehört seit Elvis und John Lennon.

Jörg Heinrich

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