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Die Inszenierung „Rocco und seine Brüder“ von Antú Romero Nunes nach dem gleichnamigen Film von Luchino Visconti (Szene mit Robert Kuchenbuch in der Titelrolle und Anne Müller als Nadia) eröffnet an diesem Samstag das Festival „Radikal jung“.

Die Bühnenzauberer von morgen

München - Von diesem Wochenende an blickt das Münchner Volkstheater in die Zukunft des Theaters: Beim Festival „Radikal jung“ sind Arbeiten von acht jungen Regisseuren zu sehen, die eine dreiköpfige Jury aus mehr als 40 Produktionen ausgewählt hat.

Die eingeladenen Inszenierungen kommen heuer aus Berlin, Budapest, Dresden, Jena, Maastricht und München. Bastian Kraft und Antú Romero Nunes sind wiederholt beim Festival zu Gast, die sechs übrigen Regisseure stellen sich erstmals bei „Radikal jung“ vor. Dessen achte Auflage ist übrigens auch die erste, zu der keine Regisseurin eingeladen wurde.

Aufgabe des Festivals sei es, „die Interessen, Zugriffe und ästhetischen Herangehensweisen einer Gruppe von jungen Regisseuren aufzuzeigen“, erklärt Kilian Engels, Chefdramaturg am Volkstheater und Leiter von „Radikal jung“, in einem Beitrag für das Buch zum Festival (Henschel Verlag, 190 Seiten; 9,90 Euro). Um dies zu erfüllen, hat sich die Jury, zu der neben Engels die Schauspielerin Annette Paulmann aus dem Ensemble der Münchner Kammerspiele sowie Theaterkritiker C. Bernd Sucher gehören, wie auch im vergangenen Jahr Aufführungen in ganz Europa angesehen.

Mit „Korijolánusz“ von der HOPPart Company Budapest (Regie: Csaba Polgár) zeigt „Radikal jung“ erstmals eine Produktion im Theater Gut Nederling. An diesem Abend, der sich an Shakespeares „Coriolanus“ orientiert, wird auf der Bühne Ungarisch gesprochen – deutsche Übertitel sorgen für Verständlichkeit.

Dass sich das Festival etabliert hat, zeigt sich nicht nur daran, dass für einige Abende die Karten bereits jetzt rar sind. Das beweist auch der Blick zurück: Im vergangenen Jahr lag die Auslastung bei sehr guten 92,4 Prozent. Jedoch wird „Radikal jung“ heuer zum letzten Mal von Eon unterstützt. Wie berichtet, wird der Energiekonzern nach seinem Umzug von München nach Düsseldorf nicht mehr als Sponsor zur Verfügung stehen. Wer nachfolgen wird, ist noch unklar. Allerdings hat Volkstheater-Intendant Christian Stückl eine Bestandsgarantie abgegeben: „Solang i da bin, machen wir das Festival.“

„Radikal jung“ bietet nicht nur dem Publikum die Gelegenheit, Produktionen aus ganz Europa zu sehen und mit den Regisseuren über ihre Arbeiten zu diskutieren. Stückl findet unter den eingeladenen Inszenierungen immer wieder auch Regie-Handschriften, die ihn für sein eigenes Haus interessieren. So wird heuer Nicole Oder erstmals am Volkstheater inszenieren („Der falsche Inder“ nach dem Roman von Abbas Khider, Premiere ist am 21. Juni): Sie war im vergangenen Jahr mit „Arabqueen“, einer Produktion des Heimathafens Neukölln, bei „Radikal jung“ zu Gast – und gewann den Publikumspreis.

Michael Schleicher

Bis 29. April, weitere Informationen zu „Radikal jung“ gibt es im Internet unter www.muenchner-volkstheater.de. Karten sind unter der Telefonnummer 089/ 523 46 55 erhältlich.

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