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Christian Thielemann bei der Probe im Orchestergraben.

Thielemann übernimmt den „Tannhäuser“

München - Das ist eine kleine Sensation: Christian Thielemann übernimmt bei den kommenden Bayreuther Festspielen neben der Premiere des „Fliegenden Holländer“ auch die Wiederaufnahme des „Tannhäuser“.

Wie die Festspielleitung am Wochenende mitteilte, hat Thomas Hengelbrock, Premierendirigent des vergangenen Jahres, nicht mehr unterschrieben.

Die „Tannhäuser“-Produktion gilt als der größte Reinfall der jüngeren Festspielgeschichte. Nicht nur Sebastian Baumgartens Inszenierung, die das Stück in einer Biogas-Anlage ansiedelte, stieß auf einhellige Ablehnung. Auch Hengelbrocks unkonventionelle Deutung wurde nicht von allen goutiert. Bereits im Vorfeld der 2011er-Premiere wurde von Unstimmigkeiten zwischen Hengelbrock und der Festspielleitung berichtet. Es wäre also nicht abwegig, wollte sich der Dirigent dieser Produktion nicht länger aussetzen. Möglich wäre aber auch ein ganz anderer Grund: Da der „Tannhäuser“ bei Publikum und Presse durchgefallen ist, dürfte die Nachfrage dort erheblich unter der von anderen Wagner-Opern liegen. Bayreuths Nimbus der extremen Ticketverknappung wäre damit gefährdet. Thielemann, der zurzeit wichtigste Wagner-Interpret, käme in dieser Situation als Retter gerade recht. Und nicht nur hier: Angeblich hat Kirill Petrenko noch immer nicht für den „Ring“ 2013 unterschrieben. Thielemann wäre auch da am Hügel aktiv – und stünde im Ernstfall bereit.

Markus Thiel

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