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Christian Thielemann und Wolfgang Wagner.

Thielemann zu Wagners Tod: "Aufgenommen wie einen Sohn"

München - Christian Thielemann, Chefdirigent der Münchner Philharmoniker, hat den am Sonntag verstorbenen Wolfgang Wagner als "Symbolfigur" Bayreuths und als "Überschatten" für seine Nachfolger gewürdigt.

Nachruf auf Wagner:

Der Patriarch verlässt die Bühne

"Er hatte etwas unglaublich Väterliches", sagte Thielemann im Gespräch mit dem Münchner Merkur (Mittwochsausgabe). "Ich fühlte mich aufgenommen wie ein Sohn." Thielemann, der noch diesen Sommer den Bayreuther "Ring des Nibelungen" dirigiert, sagte, auch musikalisch habe sich die große Erfahrung Wolfgang Wagners auf seine Interpretationen ausgewirkt: "Ohne ihn würde ich Wagner nicht so dirigieren."

Der frühere Festspielchef habe ihm immer mit Blick auf seine Tempi geraten: "Bleiben Sie flüssig." Wolfgang Wagner sei "sehr autoritär" gewesen, er selbst habe seinen Zorn aber nie zu spüren bekommen, sagte Thielemann, „Von wegen Team. Er entschied. Auf seine Art. Er hat aus seinem Herzen keine Mördergrube gemacht, war aber nie nachtragend.“

Thielemann befindet sich derzeit mit den Münchner Philharmonikern auf einer Japan-Tournee. Vor zwei Wochen habe er Wolfgang Wagner ein letztes Mal besucht. Nach einem Vorsingen im Festspielhaus habe er dem 90-Jährigen von den Solisten berichtet. "Er hat mich erkannt. Das merkte ich, wie er die Hand drückte, auch wie er dem Gespräch folgte."

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