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Christoph Thielemann geht nach Dresden.

Thielemann wird Chefdirigent in Dresden

Dresden/München - Christian Thielemann verlässt München und wird neuer Chefdirigent der Staatskapelle Dresden. Über den Wechsel war immer wieder spekuliert worden.

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Er werde den Posten zur Saison 2012/13 von Fabio Luisi übernehmen, der als Generalmusikdirektor an das Opernhaus Zürich geht, teilten die Staatskapelle und das Sächsische Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst am Freitagabend in Dresden mit. Der Vertrag soll im November unterschrieben werden.

Münchens Oberbürgermeister Christian Ude (SPD) erklärte am Freitagabend zum Wechsel von Christian Thielemann nach Dresden, seine herausragende Qualität als Dirigent sei immer unbestritten gewesen. Seine Dresdenoption erkläre aber im Nachhinein, warum er sich mit dem Orchester, dem Intendanten, dem städtischen Kulturreferat und dem Münchner Stadtrat nicht auf einen "gangbaren Weg bei den Vertragsverhandlungen verständigen wollte", sagte Ude der Deutschen Presse-Agentur dpa. Er gehe davon aus, dass Thielemann seinen Vertrag in München erfüllen und das Publikum weiterhin begeistern werde.

Thielemanns Vertrag als Chefdirigenten der Münchner Philharmoniker läuft 2011 aus. Beim Streit mit der Stadt München ging es um die Entscheidungskompetenz des Generalmusikdirektors. Thielemann wollte das letzte Wort darüber haben, welche Stücke Gastdirigenten mit seinen Münchner Philharmonikern aufführen dürfen. Die Stadt bestand dagegen darauf, dass der Chefdirigent zwar mitentscheidet. Im Vertrag aber steht: "Die Letztverantwortung liegt nach Anhörung des Orchestervorstandes beim Intendanten." Dies wollte Thielemann nicht akzeptieren.

Thielemann hatte zuletzt im September für den erkrankten Luisi in Dresden am Pult der Staatskapelle gestanden. Über einen Wechsel nach Dresden war deswegen immer wieder spekuliert worden. "Mit der Verpflichtung zum Chefdirigenten der Sächsischen Staatskapelle erfüllt sich für mich ein Traum", sagte Thielemann der Mitteilung aus Dresden zufolge. Sachsens Kunstministerin Sabine von Schorlemer (parteilos), die designierte Semperoper-Intendantin Ulrike Hessler und der Orchestervorstand hatten sich zuvor mit dem Dirigenten auf die Verpflichtung geeinigt.

Schorlemer lobte Thielemann als eine der "herausragenden Künstlerpersönlichkeiten unserer Zeit". "Ich bin mir sicher, dass mit ihm ein weiteres erfolgreiches Kapitel in der über 460-jährigen Tradition der Staatskapelle aufgeschlagen wird", sagte die Ministerin. Orchesterdirektor Jan Nast sagte, er sei überzeugt, dass die Staatskapelle mit Thielemann auch im internationalen Konzertgeschehen neue Maßstäbe setzen werde.

Thielemann hatte im Juli einen Vertragsvorschlag der Stadt München abgelehnt und weitere Zugeständnisse für seine künstlerische Arbeit gefordert. Die Stadt entschied daraufhin, ihn nach Auslaufen seines derzeitigen Vertrags Ende 2011 ziehen zu lassen. Fast 40 prominente Musiker, Intendanten und Komponisten appellierten daraufhin in einem Brief an die Stadt, Thielemann zu halten.

dpa

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