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„Das Fragezeichen steht für die Irritation, die manche befällt, wenn sie hören, dass der Gottschalk jetzt auch noch eine Literatur-Sendung macht“, sagt Thomas Gottschalk über den Titel seiner neuen Sendung. 

„Gottschalk liest?“ kommt ins BR Fernsehen

Das plant Gottschalk für seine neue TV-Show

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Wetten, dass Sie lesen? Thomas Gottschalk bekommt eine eigene Bücher-Show im BR Fernsehen. Jetzt hat er „Gottschalk liest?“ in München vorgestellt. 

Natürlich ist das alles eine große Koketterie. Tiefstapeln mit Ansage. „Ich fühle mich in einer Phase meiner Karriere, in der ich nichts mehr zu verlieren habe“, verkündet Thomas Gottschalk gestern im Münchner Literaturhaus. Warum ausgerechnet er eine Bücher-Sendung im BR Fernsehen moderieren möchte? Zuallererst: nicht des lieben Geldes wegen. Über eine Gage habe man noch gar nicht verhandelt. 

Das Finanzielle scheint ein Reizthema, das er, dem oft vorgeworfen wird, unnötig das Budget der Öffentlich-Rechtlichen auszureizen, gleich mehrere Male anspricht. Was ihn reize, sei die Herausforderung. Mal nicht wie in TV- und Radio-Shows über Musik und seichte Themen einfach drauflosplappern, sondern sich ausführlich vorbereiten, mal etwas tiefere Bretter bohren. „Ein Bretterbohrer wird der nicht mehr“, hätten die Lehrer Mutter Gottschalk über ihren Sohn stets gesagt. 

Premiere ist am 19. März

Mit 68 probiert er’s doch noch. Am 19. März sitzt der erwachsene Thomas in der ersten von bisher vier geplanten Ausgaben der Sendung „Gottschalk liest?“ neben Ferdinand von Schirach, Vea Kaiser, Martin Mosebach und Sarah Kuttner und tut – ja, was eigentlich? „Literarisches Quartett 2.0“? Über die genauen Abläufe müsse man sich redaktionell noch klar werden. „Aber die logische Abfolge ist schon, dass ich mit dem jeweiligen Autor über sein aktuelles Buch rede, und dann greifen die anderen mit ein. Oder kommen die erst später dazu? Das arbeiten wir noch aus“, sagt Gottschalk, der zumindest schon alle vier Bücher der ersten Sendung gelesen hat. Und ein paar mehr des jeweiligen Autors? „Der Anspruch ist nicht, das Gesamtwerk zu kennen. Ich muss ja auch bei Deep Purple nicht jedes Lied gehört haben, um darüber sprechen zu können.“ 

„Wir müssen weg von diesem Häppchen-Lesen“

Genau das sei ja der Knackpunkt bei bekannten Konkurrenz-Formaten: dass allzu oft irrsinnig belesene Experten über Bücher sprächen, die die weniger belesenen Zuschauer nicht kennen würden. „Mich verlieren sie da nach zehn Minuten. So muss es anderen auch gehen.“ Diese anderen möchte Gottschalk für seine Show gewinnen – und dadurch fürs Lesen. „Proust statt Post! Wir müssen weg von diesem Häppchen-Lesen auf Twitter und Co. Uns ist schon der Samstags-Fernsehabend weggebrochen. Lasst uns zumindest das Lesen retten!“ Und die Quote? Keine falschen Versprechungen. Die Kritiker? Auch hier Gelassenheit beim Entertainment-Profi: „Ich glaube nicht, dass ich im Feuilleton der ,FAZ‘ dafür gelobt werde. Aber wenn einer sagt, der Gottschalk hat mir etwas nähergebracht, was ich sonst nie gelesen hätte – dann ist das für mich ein Erfolg.“

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