Gemeinsame Vergangenheit: Jürgen Vogel (l.) und Heino Ferch als Ermittler.

Ein Thriller ohne Helden

München - Heino Ferch und Jürgen Vogel in einem Film - für Regisseur Matti Geschonneck eine Traumbesetzung. Mit beiden Stars hat er schon mehrfach gedreht. Mit Ferch entstanden Produktionen wie „Mord am Meer" und „Entführt", mit Vogel unter anderem „Duell in der Nacht". Zusammen hatte er sie allerdings noch nie vor der Kamera.

Im ZDF-Thriller „Tod in Istanbul“, zu sehen heute um 20.15 Uhr, hat sich Geschonneck nun seinen Wunsch erfüllt. Ferch und Vogel spielen zwei ungleiche Männer, die der Mord an einer schönen Frau verbindet - ein kühler und komplexer Thriller über Sein und Schein.

Für Ferch war die Zusammenarbeit mit Vogel eine große Herausforderung - „und etwas, wozu ich sehr viel Lust hatte“. Man kenne sich schon lange durch gemeinsame Abende, habe „oft zusammengestanden, das ein oder andere Bier getrunken und gequatscht“, erzählt der 47-Jährige. Aber beruflich hätten er und sein 42 Jahre alter Kollege sich erst bei diesem Film richtig kennengelernt. Von Konkurrenz keine Spur, betont Ferch: „Jürgen ist jemand, der sehr markant und federführend durch die deutsche Filmlandschaft geht - das beflügelt viel mehr. Er ist ein Mann, der als Schauspieler mit beiden Beinen auf dem Boden steht - und so sehe ich mich auch.“

Dass die Wunschbesetzung die Prämisse war und erst danach das Drehbuch entstand, findet Regisseur Geschonneck eine „absolut legitime Herangehensweise“. Er schätze und möge die beiden Schauspieler sehr, sagt der 58-Jährige: „Sie sind sehr außergewöhnlich in ihrer Heldendarstellung“ und außerdem „sehr körperlich“.

In der Geschichte über Mord und illegalen Waffenhandel, zu dem Hannah Hollinger das Drehbuch schrieb, spielt Ferch einen Kriminalkommissar, Vogel einen verdeckten BKA-Ermittler. Mit dem Tod der Schönen am Bosporus verbindet aber nicht nur sie eine gemeinsame Vergangenheit. Auch ein dritter Mann ist noch im Spiel - der BKA-Chef, gespielt von Peter Simonischek („Hierankl“). Dieser beauftragt eine ehrgeizige BKA-Beamtin (Ina Weisse) mit den Ermittlungen zu dem Mordfall.

„Es gibt in ,Tod in Istanbul‘ den klassischen positiven Helden nicht“, sagt Geschonneck, „der Zuschauer muss sich seine Identifikationsfigur suchen“. Und wie denkt Ferch selbst über Helden? „Helden müssen nicht immer mit blondem wehendem Haar und einem Schwert in der Hand auf einem Pferd daherkommen. Der Held ist der, der eine Geschichte zusammenhält.“

Dorit Koch

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