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Tim Bendzko.

Konzert in der Olympiahalle

Tim Bendzko begeistert Fans - und reißt Witze über den TSV 1860

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Einen Tag nach dem Löwen-Abstieg Fußball-Witze zu reißen, ist natürlich naheliegend. Aber Tim Bendzko (32) tut das auf so charmante Weise, dass die 5000 Fans, die trotz Sommerwetter und Pfingstwochenende in die Olympiahalle gekommen sind, schon wieder herzlich lachen können über die Pleite.

Selbst die TSV-1860-Anhänger. Dass einige von ihnen in der Halle sind, beweist der obligatorische Singtest. „Jetzt singen mal nur die Löwen-Fans!“ Zurückhaltender Chor aus tiefen Männerstimmen. Aufgesetzt zweifelnder Blick von Bendzko. „Na dann viel Glück!“

Der blonde Berliner darf das. Obwohl er bekennender Roter ist. Weil ein Bendzko-Konzert ja immer auch ein bisschen Stand-up-Comedy ist. Und Motivationstraining. Obwohl der 32-Jährige kokett betont, dass er das Leben doch nicht besser als andere durchblickt, nur weil er auf der Bühne steht, hat er dann natürlich doch ein paar Weisheiten parat. In der Liebe den anderen so zu lassen, wie er ist zum Beispiel. Niemals aufzugeben. Dankbar zu sein für all das, was man hat. Mitmenschlichkeit und Wärme zu zeigen. Untermauert wird das mit Songs von Beste Version bis Nicht das Ende oder Reparieren. Und – natürlich – seinen Hits Keine Maschine und Nur noch kurz die Welt retten.

Bendzko und seine Band setzen nicht auf viel Show-Firlefanz, sondern auf das, was vor allem die vielen Mädels im Publikum am meisten lieben: die deutschen Texte und den Blondschopf auf Großleinwand. Hier wird erstaunlich wenig mit dem Handy mitgefilmt, stattdessen jede Zeile mitgesungen. Und das nicht nur von den Damen. Der schönste Moment des Abends ist nämlich der, in dem er wieder mal zum Test bittet – „jetzt nur die Männer!“ – und überraschend laut tatsächlich alle mitmachen. Das erlebt man selten auf Konzerten in München. Beim Bendzko mitsingen ist nicht uncool, beim Bendzko darf man lässig sein, so wie man ist. Keine Maschiiiine, ein Mensch aus Fleisch und Blut.

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