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Coco Fletcher als Tina Turner.

Eine herrliche Frau

Tina-Turner-Show im Circus Krone – wenig Show, dafür aber viel Tina

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München - „Simply The Best“, die Show über Tina Turner, war zu Gast im Circus Krone und hinterließ einen zwiespältigen Eindruck. Doch Hauptdarstellerin Dorothea „Coco“ Fletcher machte vieles wieder wett.

Wer legendäre Popstars nachmacht oder kopiert, oder nachgemachte oder kopierte Popstars in Umlauf bringt – der veranstaltet eine der zahllosen „Tribute Shows“, die durch Deutschland tingeln. Die Tina-Turner-Dubletten machen sich mittlerweile selbst Konkurrenz, mit den Shows „Tina – The Rock Legend“ und „Simply The Best“. Letztere war jetzt zu Gast im Circus Krone und hinterließ einen zwiespältigen Eindruck. Die Machart wirkte eher dubios. Doch Hauptdarstellerin Dorothea „Coco“ Fletcher machte vieles wieder wett. Diese Turner war der ­Burner!

Angepriesen werden solche Tributes ja gerne als „Musical“. Doch auch bei der Tina-Show beschränkte sich die karge Handlung aufs gewohnte Muster: Lied, radebrechendes Telefonat mit Plattenfirma, Hurra, nächstes Lied. Besonders obskur: Den Durchbruch der schwarzen Musik in den Sechzigern kommentierten in vermeintlich historischen Ausschnitten ZDF-Ansagerin Birgit Schrowange (ab 1983 beim Zweiten) und ein Text aus dem Focus (gegründet 1993). Ein bisserl mehr Liebe zum Detail dürfte es dann doch sein.

Aber gut: Hirn aus, Augen und Ohren auf, und dann sorgte „Coco“ Turner (die bei Bedarf auch als Whitney Houston amtiert) durchaus für Begeisterung bei den 1300 Zuhörern. Sie sah im ultrakurzen Kleid beinahe aus wie Tina, stampfte genauso mit den Beinchen, und klang auch fast so. Von Nutbush City ­Limits bis zu den Pop-Spätwerken wie Golden Eye – tolle Sängerin, tolle Band. Das hätte vielleicht sogar der originalen Mrs. Turner gefallen, die mit 77 – gesundheitlich offenbar in Simply-The-Bestform – ihre Rente am Zürichsee genießt.

Jörg Heinrich

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