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Die Toten Hosen am Dienstagabend in der Olympiahalle. 

In der Olympiahalle

Konzert-Kritik zu den „Toten Hosen“: (Mindestens) zwei Generationen grölen textsicher mit

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„Müüüünchen“, ruft Campino, und fordert das Publikum auf: „Lasst uns durchdreeeeehn!“ Und wie! Dafür ist die Musik der Toten Hosen ja gemacht. Die Konzert-Kritik. 

Wenn der Papa beim Abendessen seinen Jungs erzählt, dass er gleich zum Konzert der Toten Hosen geht, und der 13- und der 10-Jährige gleichzeitig antworten: „Cooool!“, dann hat man als Band alles richtig gemacht. Wenn in der ausverkauften Olympiahalle zwei Generationen (mindestens!) von der ersten Sekunde an riesen Spaß haben und jedes Wort textsicher mitgrölen, egal ob uraltes Liedgut oder Songs vom aktuellen Album „Laune der Natur“, dann ist man nicht irgendeine Band, sondern Deutschlands Partyband. Für immer. Und für immer jung. 

Schon verrückt, wie der 55-jährige Campino von der ersten Sekunde an vor Freude und mit Elan hin und her wetzt, als wäre das hier der erste Auftritt mit seiner Schülerband. Ausfallschritt, mit dem Mikro zum Publikum gebeugt - schon beim ersten Song „Urknall“ bilden sich vor der Bühne Pogo-Kreise, generationenübergreifend wird getanzt, geschubst, geschrien, geschwitzt und es werden Fahnen geschwungen. 

Zurück auf Anfang, zurück zum Urknall, zurück zu den ersten Schülerpartys, zurück zum Spaß. Für immer jung sein! „Müüüünchen“, ruft Campino, und fordert das Publikum auf: „Lasst uns durchdreeeeehn!“ Und wie! Dafür ist die Hosen-Musik ja gemacht: schnörkellose harte Rhythmen und Riffs und Texte und Refrains, die man nüchtern genauso gut mitgrölen kann wie nach dem x-ten Bier. „Oohohoooo“ wie beim Titelsong „Laune der Natur“, das ist beste Stadion- und Schülerkonzertmucke, wie so vieles aus der 35-jährigen Bandgeschichte.

Ja, die Toten Hosen haben als Punker begonnen und sind jetzt Stadionrocker. Na und? Sie haben Spaß, für die fünf älteren Herren ist genau das der Punk: Spaß haben, und für immer jung bleiben. Nicht nur an Tagen wie diesen, sondern jeden Tag! 

Herrlich, wie Campino kindisch herumschwirrt, singt, schreit, lacht und sich freut

Noch wichtiger: Ob alt, ob jung, die Fans haben großen Spaß. Die Hosen brauchen dazu keine große Licht- und Leinwandshow, nur zwei E-Gitarren, einen Bass, ein Schlagzeug und einen Campino, der auf der Bühne herrlich kindisch herumschwirrt, singt, schreit, lacht und sich freut, dass vor ihm beste Laune herrscht und Pogo getanzt wird. 

Mögen die Toten Hosen für immer jung bleiben. Das war Frischzellenkur vom Feinsten. Am Mittwoch (20. Dezember) spielen die Hosen ihr zweites ausverkauftes Konzert in der Olympiahalle. „Wie viele Jahre kann das so weitergehen?“, lautet die Frage eines weiteren Stadion-Mitgrölsongs vom aktuellen Album. Die Antwort: Bis zum jüngsten Tag!

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Rockavaria-Veranstalter enthüllt weitere Acts: Diese Künstler treten auf.

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Video: Glomex

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