Tote leben länger

- "Szenisches Schreiben" als Studiengang ist heute der angesagte Weg zur Laufbahn des Dramatikers. Manche wagen trotzdem noch die ganz altmodische Weise und schreiben einfach mal ein Stück, wie gerade die Schauspielerinnen Evelyn Plank und Barbara Weinzierl. Dass ihr "Zwischenlandung" nicht gleich der große Wurf war, ist - wegen weniger Druck beim nächsten Versuch - sogar eher von Vorteil. Von Nachteil allerdings: Ernst-Matthias Friedrich inszenierte nicht mehr als redlich. Und die fantasielose Ausstattung (liegt nicht am Schmal-Budget) lässt den kleinen Saal der Pasinger Fabrik noch mausiger erscheinen, als er schon ist. Da kriegt der Abend von vorneherein so etwas leicht Heimgehäkeltes.

Aber amüsant doch Plank und Weinzierl als Sally und Lisa. Mit liebevoll-trockenem Witz heben die beiden ihr Baby aus der Taufe: eine Story, die einen gewissen Humor und kleine Überraschungsmomente bezieht aus ihrem zwischen Diesseits und Jenseits plänkelnden Spiel. Lisa, die einen Autounfall hatte, platzt bei Sally herein, ohne zu ahnen, dass sie im Moment nur als Astralwesen existiert. Sally, die gerade einen Modell-Torso bepinselt, ist - so erfahren nach und nach Lisa und Zuschauer - die Malerin, mit der Lisas Vater fremd ging. Lisa hatte deswegen einen Auftragskiller auf Sally angesetzt, die aber aus eigenen Stücken Tabletten schluckte. Beide tot? Nein. Noch könnte Lisa in ihren Körper an der Unfallstelle zurückkehren. Sally ihrerseits (wenn wir's richtig verstanden haben) malt sich einen neuen Körper, um noch einmal vorn vorne zu beginnen.

Die "zwischengelandete" Begegnung und der ihr unterlegte rote Handlungsfaden sind, wie zu erkennen, wirklich nur ein schwaches Gerüst, ein Vorwand für zwei Schauspielerinnen, sich Gedanken um Tod, Geburt und Neuanfang von der Sorte "Im Brutkasten war es gemütlicher als alles, was dann kam" wie Bälle zuzuwerfen. Und das gelingt ihnen - blendend getimt. Da fruchtet die Personalunion Autorin/Darstellerin gleich doppelt.

Karten: 089/ 82 92 90 79.

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