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Bei Tote-Hosen-Konzert

Ausgerechnet Campino lobt den FCB - und teilt dann wieder aus

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Neben dem Schlager „Zieht den Bayern die Lederhosen aus“ haben die Punkrocker aus Düsseldorf den Anti-FCB-Song schlechthin geschrieben. Umso überraschender das Statement von Sänger Campino in München. 

München - Die „Toten Hosen“ und der FC Bayern München werden in diesem Leben bekanntlich keine Freunde mehr (“Wir würden nie zum FC Bayern München gehen!“). Doch Campino überraschte am Mittwochabend in der Olympiahalle mit den Sätzen: „Eines muss ich heute hier loswerden: Man kann vom FC Bayern halten, was man will, aber wie der Verein mit seiner Vergangenheit umgeht und sie aufarbeitet, ist große Klasse und verdient Respekt!“ 

Der Klub hat sich in den vergangenen Jahren intensiv mit seiner Rolle während des Dritten Reichs beschäftigt und erinnert in einer Ausstellung an seine jüdischen Mitglieder, die Opfer des Nationalsozialismus wurden. 

Für die Aussage erhielt Campino lauten Beifall - der noch lauter wurde, als er ankündigte, ab sofort nichts Gutes mehr über den FC Bayern München zu sagen. 

Zugabe mit Lederhosen-Verstärkung

Bayern und München getrennt vom Verein, das wiederum lieben die Hosen. Sie hatten bei ihrem ersten von zwei ausverkauften Konzerten in der Olympiahalle Verstärkung in Lederhosen bekommen: Als Zugabe marschierten die Well-Brüder Christoph (tatsächlich in der Lederbux), Karl und Michael mit Dudelsack, Tuba und Akkordeon auf die Bühne. Gemeinsam mit Campino und dem Rest der Band spielten und sangen sie das schottische „Auld Lang Syne“, das auf Deutsch als „Nehmt Abschied Brüder“ bekannt ist. In folkig-punkig-rockig-schottisch-düsseldorferisch-bayerischer Version. Herrlich! 

Die Freundschaft von Campino und den „Toten Hosen“ mit der ehemaligen „Biermösl Blosn“ währt schon lange und ist sehr tief. Wenn die Punkpartyspaßrocker aus Düsseldorf in München auftreten, ist die Chance stets groß, dass einige der Well-Brüder die Bühne entern. Und so kam es am späten Mittwochabend zum grandiosen Finale furioso Bavarese: Die Well-Buam motzten mit Trompete, Klarinette und Tuba den Hosen-Klassiker „Das Mädchen aus Rottweil“ auf, und am Ende hatte Campino noch eine ganz besondere Überraschung für die Münchner parat, „weil ihr so süd-affin seid“: das Adriano-Celentano-Cover „Azzurro“. 

Nackte Oberkörper und ausgelassenes Pogo-Tanzen allüberall, und das eine halbe Stunde vor Mitternacht. Am Ende lag Campino ausgepowert vom zweieinhalb-stündigen Einfach-Alles-Geben erschöpft auf der Bühne. Sauber, Burschen!

Eine ausführliche Konzert-Kritik finden Sie hier

Er sagt Danke:

Video: Glomex

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