Totentanz: Jan Fabres "Requiem für eine Metamorphose"

Salzburg - Die fast 40 000 Blumen auf der Bühne verströmten am Sonntagabend einen schwül-fauligen Duft in der Salzburger Felsenreitschule bei der letzten Premiere dieser Festspielzeit. Elektro-Gitarren schlugen harte Rhythmen in den Raum, in dem sich sieben nackte Frauen und zwei nackte Männer aus den Blumenbergen schälten und einen surrealistisch-grotesken Totentanz begannen.

"Requiem für eine Metamorphose" hat der flämische Allround-Künstler Jan Fabre seine theatralische Totenmesse aus Tanz, Schauspiel und Musik genannt, in der er sich dem Phänomen Tod widmet. Diese Hommage an den Sensenmann spaltete das Publikum, wurde bejubelt und ebenso vehement abgelehnt.

Dem virtuosen Tanzteam mit Schauspielern und Musikern der belgischen Truppe "Troubleyn" gelangen die beeindruckendsten Momente in dieser zweistündigen Revue um einen schwarzen Sarg und monumentale Grabtafeln. Da wurden die Tänzerinnen unter Heavy-Metal-Sound (Musik: Serge Verstockt) mit Blumen durch den Raum gepeitscht, ihre nackten Leiber symbolisch aufgeschlitzt, um sich am eigenen Gedärm zu strangulieren.

Den Text zu diese Requiem hat Jan Fabre in Erinnerung an seine plötzlich gestorbenen Eltern geschrieben. Ein goldener Schmetterling versucht, mit Witzen über Hitler und Saddam Hussein die Toten zum Lachen zu bringen, ein Insektenforscher und Philosoph räsoniert über Traum, Tod und Schmetterlinge, und eine Pathologe seziert Leichen. Für einen Teil des Publikums war diese Premiere schwere Kost. Immer wieder verließen Zuschauer noch während der Aufführung den Saal. Und Jan Fabre und sein Team erschien zum Schlussapplaus nicht auf der Bühne.

Weitere Aufführung:

29.8.2007, Telefon 0043/ 662/ 8045-500.

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