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Toto in der Münchner Olympiahalle.

Konzertkritik

Toto in der Olympiahalle: So war das Konzert der Rocklegenden

München - Die Rockband Toto hat in der Münchner Olympiahalle ein Konzert gegeben. Dabei zeigen die Rock-Altherren, dass sie es immer noch drauf haben.

„Welchen Song wollt ihr noch hören?“, fragt Toto-Frontmann Steve Lukather im bunten Hemd ganz am Ende in die halb gefüllte Münchner Olympiahalle. Ohne Zögern brüllt die Menge „Africa“. Und dann geht die Party am Mittwoch mit einer XXL-Version des 1982er-Hits der kalifornischen Rock-Pop-Haudegen richtig los. Die Trommeln wirbeln. Alles steht. Alles tanzt. Alles singt. Das Beste zum Schluss. 

Zwei Stunden vorher, nachdem der Bühnenvorhang fällt, sieht es nicht wirklich danach aus, dass die alten Herren auf ihrer Comeback-Tour nochmals begeistern können. Der Sound: naja. Bühnenbild und Videoshow: Fehlanzeige. Licht und Musik, auch die Stücke des neuen, eigentlich ganz gelungenen Albums „XIV“: altbacken. Es ist wie eine Zeitreise in die 1980er-Jahre, bei der langsam der Sprit ausgeht. Toto Hose? Oder alles nur Routine?

Toto Hose? Oder alles nur Routine? 

Frische bieten fast allein die zwei jungen Backgroundsänger der nun neunköpfigen Formation. Dass es die Toto-Legenden noch können, und Spaß dabei haben, zeigen sie in mehreren Soloeinlagen. Vor allem Steve Lukather, einer von vier noch aktiven Gründungsmitgliedern, beweist immer wieder, dass er zu Recht als einer der besten Gitarristen weltweit gilt. Die beiden Keyboarder David Paich und Steve Porcaro stehen ihm dabei im Wechselspiel in nichts nach. Auch der neue Sänger Joseph Williams steigert sich gehörig.

Irgendwann nimmt der Alt-Herrenausflug doch noch Fahrt auf

Und irgendwann nimmt der Alt-Herrenausflug doch noch Fahrt auf, springt der Funke aufs eher reife Publikum über. Zunächst beim Klassiker „Hold The Line“. Beim Überhit „Rosanna“ mit eingebauter Jam-Session sowieso. Und ganz am Ende dann bei „Africa“ so richtig. Toto bene. 

Marco Mach

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