Tourneeauftakt: Wie er immer schon spielen wollte

München - Chris Rea startete in München seine neue Konzertreise unter dem Motto "The Return of the Fabulous Hofner Blue Notes".

Ja, es ist halt so eine Sache mit dem Aufhören. Denn welcher Künstler verzichtet schon gerne freiwillig auf den Jubel und die Huldigungen seiner Fans? So hat sich nun auch Chris Rea nach einer groß angekündigten Abschiedstournee vor zwei Jahren noch einmal eines Besseren besonnen und startet jetzt nach überstandener Krankheit mit "The Return of the Fabulous Hofner Blue Notes" wieder neu durch.

Zum Tourneeauftakt im Herkulessaal hing dabei am Donnerstag nicht nur der Himmel im wahrsten Sinne des Wortes voller Gitarren. Auch auf der Bühne kamen je nach Stimmungslage verschiedenste Variationen der Traditionsmarke Höfner zum Einsatz, die einst schon für Paul McCartney das berühmte Linkshänder-Modell gebaut hatte und jetzt auch von Chris Rea zum liebsten Hersteller erklärt wurde. Der Engländer zeigte sich von seinem Instrument sogar dermaßen begeistert, dass er bei dieser Gelegenheit gleich noch die Aufgabe der Vorband mit übernahm.

Und so präsentierte er unter dem Namen "The Delmonts" gemeinsam mit seinen Mitstreitern zunächst ein halbe Stunde lang Instrumentales im Retro-Sound. Musik, wie er sie nach eigener Aussage immer schon spielen wollte, einfach "richtige Gitarrenmusik". Womit er sich ebenfalls vor seinem großen Idol B.B. King verbeugte, dessen Musik die neue Tour nicht gerade unwesentlich beeinflusst hat.

Nach einem kurzen Lichtwechsel und mit neuem Outfit für den Frontmann verwandelte sich das Quintett dann aber schließlich doch für den Rest des Abends in die angekündigten "Blue Notes", die im direkten Vergleich zu ihren "Vorgängern" noch einmal deutlich stärker zuzupacken wussten und so die ohnehin schon ausgelassene Stimmung im Saal weiter anheizten.

Endlich trat dann auch Chris Rea, der sich bis dahin vor allem auf virtuose Fingerakrobatik beschränkt hatte, wieder ans Mikrofon, um wie in alten Zeiten seine markant rauchige Stimme erklingen zu lassen. Lautstark von den Fans begrüßt wurden dabei natürlich vor allem seine großen Hits wie "On the Beach" oder die seinen Töchtern gewidmeten Songs "Julia" und "Josephine", die auch im neuen Blues-Stil nichts von ihrer Kraft verloren, sondern auf diese Art teilweise sogar noch zulegten.

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