Träumen und spielen

- "Mythos 01" ist schwarz und giftgrün. Ein dunkel-schummriger Weihetempel für siebenmal 600 PS verschluckt den Anbeter. Mit "Automobili Lamborghini" eröffnet das Designmuseum Neue Sammlung in der Pinakothek der Moderne eine Reihe, die veritable Design-Mythen zelebrieren will. Alle jammern, wir träumen, sagte sich Museumschef Florian Hufnagl, "und Mythen sind Träume; träumen heißt spielen." Gespielt wird im absoluten Gipfelbereich der Autobranche. Da konnte eigentlich nur der Name Lamborghini fallen.

<P>Ausschließlich schwarze Boliden - das Wappentier ist ja der Kampfstier - sollten es sein für die exzellent präsentierte Münchner Schau (KMS Team); und natürlich ganz bestimmte, die die Gestaltung der Wagen aus Sant'Agata Bolognese in einem wohl einmaligen Zusammentreffen exemplarisch darstellen. So führt der Ur-Lambo "Miura" aus den 60er-Jahren, Entwurf Marcello Gandini für Bertone, die in grüne Aura getauchten Traumwagen im Schaudepot der Neuen Sammlung an. Er ist bereits so modern, kantig klar und funktional raffiniert, als käme er aus dem 21. Jahrhundert. Daneben schauen Porsches wie Motorkutschen für Biedermanns aus und Ferraris wie plumpe Angeber-Rutschn. Die Lamborghini-Designer - heute der junge Belgier Luc Donckerwolke - füllten Mega-Energie in eine ausgefeilte Verpackung, die nie mit prolliger Brutalo-Geste prahlt. Was frau erst auf den fünften Blick erkennt: Über die Hälfte des Autos ist Motor. Handgefertigt, 350 000 Euro teuer verlässt pro Tag höchstens ein Exemplar die "Manufaktur".<BR><BR>Solchen "Mythen" der Geschwindigkeit, egal ob Renn-, ob Geländewagen, muss eine ausgefallene Inszenierung entsprechen: "Murcié´lago" auf dem Eisenpfahl-Teppich - die ideale Lamborghini-Skulptur.</P><P>25. 6. bis 18. 7., Tel. 089/ 23 80 53 60.<BR><BR></P>

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