Trauer um die französische Schauspielerin Maria Schneider

München - Maria Schneider hat viele Spielfilme gedreht, die eine Erwähnung wert sind. Am Donnerstag ist die Schauspielerin gestorben

Maria Schneider hat viele Spielfilme gedreht, die eine Erwähnung wert sind. Jacques Rivettes „Merry-Go-Round“ (1981), Otto Schenks Schnitzler-Verfilmung „Reigen“ (1973) und Sofia Scandurras „Die zweite Haut“ (1978). Oder „Beruf: Reporter“ (1975) von Michelangelo Antonioni, in der sie eine Terroristin spielte. Eine Rolle, die ihrer Meinung nach „am nächsten an dem dran ist, was ich im Leben war“. Doch der am Donnerstag nach langer Krankheit mit nur 58 Jahren in Paris gestorbenen Schauspielerin klebte ihr Leben lang eine andere Rolle fest an den Hacken, nämlich jene aus „Der letzte Tango in Paris“ (1972).

Bernardo Bertoluccis Film war seiner ausführlichen Sexszenen wegen einer der Kinoskandale der Siebzigerjahre. Im Gegensatz zu Filmpartner Marlon Brando, der die 136 Minuten „Tango“ unbeschadet überstand, vorher „Der Pate“ war und danach Colonel Kurtz in Coppolas „Apocalypse Now“, galt die Schauspielerin fortan als „die neben Marlon Brando in ‚Der letzte Tango‘“. „Meine Karriere wäre weniger heftig gewesen ohne diesen sehr durch die Medien gepushten Film“, sagte Schneider 2004 in einem Interview. Die Tochter des französischen Filmstars Daniel Gélin litt viele Jahre unter Alkohol- und Drogenproblemen, brach die Dreharbeiten zu „1900“ im Jahr 1976 überraschend ab. Erst in den Neunzigern tauchte sie aus der Versenkung auf und fand mit Cyril Collards „Wilde Nächte“ und Mehdi Charefs „Ein Tag und eine Nacht“ bei Publikum und Kritik viel Beachtung. Ihre letzte Rolle spielte sie 2008 in Josiane Balaskos „Cliente“. Die in Frankreich als wenig konfliktscheu bekannte Schneider soll auf dem Pariser Prominentenfriedhof Père Lachaise beigesetzt werden.

von Ulrike Frick

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